Tribo-Filament überzeugt im Test Vergleichbar mit Spritzguss-Qualität

igus testete im Testlabor die Verschleißfestigkeit des 3D-Druck-Filamentes
iglidur J260 im Vergleich zu ABS- und Spritzgussteilen.
Igus testete im Testlabor die Verschleißfestigkeit des 3D-Druck-Filamentes iglidur J260 im Vergleich zu ABS- und Spritzgussteilen.

Wie verhalten sich Tribo-Filamente im Vergleich zu Standard-3D-Druck-Materialien? Und haben gedruckte Teile aus Hochleistungskunststoffen tatsächlich eine niedrigere Abriebfestigkeit als gespritzte Komponenten? Diesen Fragen ging der motion plastics-Spezialist Igus im hauseigenen Testlabor nach.

Mit Hochleistungskunststoffen und der additiven Fertigung treffen zwei moderne Technologien aufeinander, die in der Kombination maximale Freiheit in der Konstruktion und gleichzeitig hohe Verschleißfestigkeit versprechen. Im Igus-Testlabor traten vor kurzem Tribo-Filamente aus dem iglidur Werkstoff J260 gegen herkömmliche 3D-Druck-Filamente (ABS) sowie Spritzgussteile aus dem gleichen Igus-Werkstoff an. Intensiv wurden über mehrere Monate lineare und rotierende Testläufe sowohl auf Wellen aus gehärtetem, geschliffenen Stahl sowie Edelstahl im hauseigenen Testlabor gefahren und ausgewertet.

Tribo-Filament setzt sich gegen ABS-Material durch

Das Ergebnis überraschte: Es zeigte sich, dass die Verschleißfestigkeit der aus dem Tribo-Filament gedruckten Gleitlager im rotierenden wie auch linearen Versuch vergleichbar mit den klassischen Spritzgusskomponenten war, und das sogar auf beiden Wellen. Damit stehen die gedruckten Komponenten den gespritzten Komponenten in puncto Verschleißfestigkeit kaum nach. Zugleich wurde in den Tests erneut deutlich, dass die Reibwerte des Tribo-Filamentes gerade im Vergleich zu herkömmlichen 3D-Druck-Materialien besonders niedrig sind. So kam es bei dem Versuchsaufbau ABS gegen Tribo-Filament im rotierenden Test auf der Edelstahlwelle sogar zum Totalausfall des ABS-Teils, während die Reibverluste beim Tribo-Filament immer noch niedrig waren. 

Additive Fertigung als weiterer Schritt

Für Igus ist die additive Fertigung ein weiterer Schritt, um dem Konstrukteur mit schmier- und wartungsfreien Kunststoffen maximale Freiheit in seiner Konstruktion zu geben. Der motion-plastics-Spezialist hatte bereits im letzten Jahr das erste Tribo-Filament für 3D-Drucker vorgestellt und hat die Reihe auf nun insgesamt vier Werkstoffe ausgeweitet. Zudem bietet das Unternehmen seit der Hannover Messe einen 3D-Druckservice an. Kunden können sich mit ihren 3D-Daten an den Spezialisten wenden und bekommen ihre Teile schnell und unkompliziert ausgedruckt.