Vorsicht ist angebracht Schutzrechte beim 3D-Druck beachten

Neue Techniken bergen zumeist auch neue Risiken. Dies gilt auch für 3D-Drucker, welche mit Hilfe entsprechender Vorlagen Gegenstände produzieren können. Die Verwendung dieser Vorlagen kann die Rechte Dritter verletzen.

Herkömmliche Computerdrucker sorgen für eine zweidimensionale Datenausgabe – sie bedrucken Papier Blatt für Blatt mit Texten, Grafiken oder Bildern. 3D-Drucker indes produzieren dreidimensional, verwenden also für die Datenausgabe andere Materialien als Papier, wie etwa Kunststoffe, aus denen sie Schicht für Schicht einzelne Werkstücke zusammensetzen. Gesteuert wird der Prozess von einem entsprechenden Softwareprogramm.

In immer mehr Branchen halten sie Einzug. Architekten können ihre geplanten Gebäude vom virtuellen Modell am Bildschirm in ein dreidimensionales Modell zum Greifen plastisch machen. In Maschinenbau und Medizintechnik lassen sich Prototypen und Einzelprodukte herstellen. Drucker können Ziegelsteine und Betonteile mit dem richtigen Ersatzwerkstoff herstellen. Unlängst hat ein Japaner mit einem 3D-Drucker fünf Schusswaffen aus Kunstharz produziert, und aus Fleisch wurde bereits der erste Burger gedruckt.

Bislang werden Werkstücke gegossen oder gefräst und dann je Verwendungszweck an ihren Einsatzort transportiert. Das ist jetzt nicht mehr erforderlich, weil nur noch Daten via Internet zum Standort des 3D-Druckers übertragen werden müssen. So kann ein Kreuzfahrtschiff ein für einen Passagier benötigtes medizinisches Hilfsmittel oder ein Flugzeugträger ein bestimmtes Ersatzteil direkt an Bord drucken, wenn die Daten von den Produzenten gesendet werden.

Gerade diese bedarfsnahe und ortsunabhängige Anwendung macht die 3D-Drucker für Einzelanfertigungen oder kleinere Stückmengen in Handwerk, Gewerbe und Industrie interessant. Schon länger greifen die Luftfahrt- und die Automobilindustrie darauf zurück. Inzwischen werden in großen Druckmaschinen neben Kunststoffen bereits Metalle wie Titan eingesetzt.

„Das ist heute alles sehr innovativ, aber die Technologie gibt es im Grunde seit gut zwanzig Jahren“, berichtet Dr. Holger Fischer, Mittelstandsberater bei Ecovis. „In vielen Werkstätten und Fertigungshallen wird bereits damit produziert.“ Erst jetzt ist die Technologie im Endkundenbereich und damit in den Medien angekommen. Viel beachtetet war im Mai der Börsengang eines norddeutschen 3D-Druckerunternehmens.