Treston-Experte Fröleke im Gespräch Intelligenter arbeiten!

»In vielen Fällen führt diese Beschleunigung zu einer Überlastung der menschlichen Arbeitskraft. Die Frage lautet also, wie kann ich das vermeiden?«
»In vielen Fällen führt diese Beschleunigung zu einer Überlastung der menschlichen Arbeitskraft. Die Frage lautet also, wie kann ich das vermeiden?«

Ulrich Fröleke von Treston erklärt, was sich hinter dem Begriff Lean Ergonomics verbirgt und wie sich Produktionsprozesse damit auf intelligente und wirtschaftliche Art und Weise reorganisieren lassen.

Herr Fröleke, Sie gelten als ausgesprochener Experte für Lean Production und Ergonomie und befassen sich bei Treston Deutschland mit dem Thema. Warum sind diese beiden Begriffe, die ja u. a. über das Toyota Production System weltweit bereits in den 1980er Jahren bekannt wurden, heute immer noch topaktuell?

Fröleke: Herstellungsprozesse haben sich während der letzten zwei Jahrzehnte massiv verändert und beschleunigt. Das heißt, der Druck auf Produktion, Mitarbeiter und Unternehmen wächst. »Just-in-time« oder etwa »On-demand« sind populäre Konzepte, die in vielen Branchen auf ganz unterschiedliche Art und Weise umgesetzt wurden. Die Begriffe sind gewissermaßen eine Fortsetzung des Lean-Gedankens. Sie implizieren theoretisch das Vorhandensein von schlanken Produktionsprozessen, aber sie implizieren nicht das Vorhandensein von ergonomischen Arbeitswelten. In vielen Fällen führt diese Beschleunigung zu einer Überlastung der menschlichen Arbeitskraft. Die Frage lautet also, wie kann ich das vermeiden?

Lassen Sie mich raten … durch Lean Ergonomics?

Fröleke: Richtig. Die Aufgabe ist, intelligenter zur arbeiten, Arbeit zu reorganisieren. Menschen müssen entlastet werden, damit sie ihre Arbeit so lange und so konstant wie möglich ausüben können. Dabei bedingen diese beiden Konzepte einander. Das hat schon das Toyota Production System gezeigt. Bis heute ist diese Verbindung zwischen Lean-Prinzipien und Ergonomie und den Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen, die halbautomatisierte Herstellungsprozesse fahren, nicht klar, obwohl sie vielleicht schon über schlanke Produktionsstrukturen verfügen und sogar ergonomisch Arbeitswelten entworfen haben, von denen das eine allerdings nicht zum anderen passt.