CAD/CAM-Fertigung Generationenwechsel bei den Datenformaten

Generationenwechsel bei den Datenformaten in der
Leiterplattenproduktion
Generationenwechsel bei den Datenformaten in der Leiterplattenproduktion

Im Bereich der Datenformate, die den Datenaustausch zwischen CAD (Entwicklung) und CAM (Produktion) bei der Leiterplattenproduktion ermöglichen, zeichnet sich ein Generationenwechsel ab. Bei Würth Elektronik wurde dieser bereits vollzogen und die Ergebnisse zeigen, dass die Umstellung problemlos vonstatten geht.

Im Juni 2014 hat die Firma Ucamco, die Eignerin des Gerber-Formates, in einem offenen Brief dazu aufgerufen, Standard Gerber (RS-274-D) nicht mehr zu verwenden. Da das Format RS-274-D bereits in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts speziell für Vector Photoplotter entwickelt wurde, ist es technisch veraltet und birgt dadurch diverse Risiken. Als alternatives Datenformat verweist die Firma Ucamco auf den Nachfolger Extended Gerber (RS-274-X).

Würth Elektronik hält es aber für vorteilhaft, im Zuge der Umstellung, eine Stufe weiter zu gehen. „Vorteile bietet es, gleich auf ein moderneres Format zu wechseln. Hier bieten sich die zwei Datenformate ODB++ und IPC-2581 geradezu an“, erläutert Jens Kaufhold, CAM System Administrator. Denn mit diesen Formaten können nicht nur die grafischen Informationen der einzelnen Lagen übertragen werden, sondern zusätzlich viele wichtige Informationen: alle Daten für Fertigung, Tests und Bestückung sind in einer Datei enthalten.

Die Umstellungen auf die Datenformate der nächsten Generation hat bei Würth Elektronik problemlos geklappt. „Die Vorgehensweise in der Umstellungsphase sieht dabei immer gleich aus: durch die Vielfalt an Möglichkeiten dieser Formate, haben wir die Erfahrung gemacht, einige Datensätze des Kunden im alten und im neuen Format auszutauschen. Diese nutzen wir zum Abgleich und für das Fine Tuning mit unserem Kunden“, erklärt Jens Kaufhold. Nach dieser Umstellungsphase liegen die Vorteile auf der Hand: weniger Rückspracheaufwand mit dem Kunden und einen schnelleren und detaillierteren Datenaustausch zwischen CAD (Entwicklung) und CAM (Produktion). Eines darf natürlich auch nicht verschwiegen werden. Ein schlechtes Layout wird durch das Übertragungsformat nicht besser! Der DFM-Aufwand (Design for Manufacturing), also der Aufwand zur Optimierung eines Designs nach Fertigungs- und Qualitätskriterien, bleibt hier, unabhängig vom gewählten Datenformat, gleich.

Nun bleibt die Frage, ODB++ oder IPC-2581? Grundsätzlich sind beide Formate für den Datenaustausch von CAD auf CAM geeignet. „Bisher hat sich gezeigt, dass bis heute ODB++ mit einen größeren Anteil am
Markt vertreten ist. Alle gängigen CAD- und CAMö-Systeme haben Schnittstellen dafür. Wo hingegen das IPC-2581 recht neu ist und wir damit noch wenig Erfahrung sammeln konnten“, so Jens Kaufhold. „Egal, mit welchen Datenformaten unsere Kunden in Zukunft arbeiten möchten, wir sind für jeden Fall gerüstet.“