RoHS EU-Parlament will Nanopartikel verbieten

Der Vorschlag von Jill Evans, sie ist als Berichterstatterin des EU-Parlaments für die Änderung der RoHS-Richtlinie verantwortlich, enthält neue Stoffverbote, die bereits dreieinhalb Jahre nach der Veröffentlichung gelten sollen.

Jill Evans aus Großbritannien, Mitglied im EU-Parlament (Fraktion der Grünen/Freie Europäische Allianz, Plaid Cymru - Party of Wales), ist als Berichterstatterin für die Änderung der RoHS-Richtlinie verantwortlich. Ihr Vorschlag für die neue RoHS-Richtlinie 2.0 enthält auch neue Stoffverbote für Geräte der Kategorien 1 bis 7 und 10, die bereits dreieinhalb Jahre nach der Veröffentlichung gelten sollen: Bromierte und chlorierte Flammschutzmittel, PVC, chlorierte Weichmacher, DEHP (Bis(2-ethylhexyl)Phthalat), BBP (Butylbenzylphtalat) und DBP (Dibutylphthalat) dürfen dann nur in einer Konzentration unter 0,1 % in homogenen Werkstoffen von Elektro- und Elektronikgeräten vorkommen.

Weitere sieben Substanzen sollen rasch überprüft werden, um ihre Verwendung spätestens in der nächsten RoHS-Revision 3.0 zu beschränken: Arsenverbindungen, Bisphenol A, Beryllium und Berylliumverbindungen, organobromierte und organochlorierte Frammschutzmittel, Antimontrioxid, Dinickeltrioxid-Flammschutzmittel und -Weichmacher. Hierbei richten die EU-Parlamentarier auch ihren Blick auf Kohlenstoffnanoröhrchen und Nano-Silberpartikel.

Kohlenstoffnanoröhrchen sollen, nach Angaben des Umweltbundesamtes, bei Tierversuchen Asbestfaser-ähnliche Erkrankungen hervorgerufen haben. Ebenso kritisch betrachtet das Umweltbundesamt Nano-Silberpartikel, die zum Töten von Bakterien in Haushaltsgeräten und Kleidungsstücken eingesetzt werden. Sie können mit dem Abwasser in den Klärschlamm gelangen und die nützlichen Bakterienkollonien der Kläranlagen schädigen. Offen ist, ob es zu Verboten oder zu Beschränkungen des Einsatzes kommen wird.

Unternehmen, die Nanopartikel in Elektro- und Elektronikgeräten anwenden, sollten nicht warten bis das EU-Parlament entschieden hat - vorraussichtlich schon im Juli 2010. Ansprechpartner sind die Verbände. Als weiterer Ansprechpartner zur RoHS-Revision steht auch Herr Markus Hornberger vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (E-Mail: hornberger@ipa.fraunhofer.de) gerne zur Verfügung. Als weitere Alternative bietet sich auch der EU-Parlamentarier des jeweiligen Wahlkreises als Ansprechpartner an.

Was genau die neuen RoHS- und WEEE-Richtlinien - Version 2.0 - aussagen, lässt sich auf dem 2. Elektronik Ecodesign-Kongress am 12. und 13. Oktober in München aus erster Hand erfahren und auch erfragen: In einer Diskussionsrunde mit Teilnehmern aus der Politik.