»Intelligente« Fertigungsanlage Ersatzteil-Bevorratung kann zur Last werden

Aufbau einer kostengünstigen Fertigungsanlage.
Aufbau einer kostengünstigen Fertigungsanlage.

Hersteller horten Ersatzteile für ihre industriellen Automationssysteme, um für den Fall eines Versagens der Anlagen und Maschinen gerüstet zu sein. Dieser Prozess kann mit einer Herangehensweise, die eine Optimierung der Betriebsfläche und eine Minimierung der Abfälle vorsieht, gestrafft werden.

Als Siemens und die deutsche Bundesregierung das Konzept Industrie 4.0 entwickelten, hatten sie eine »intelligente« Fertigung im Sinn, bei der die gesamte Fertigungsanlage integriert, vernetzt, auf intelligente Analytik ausgerichtet und auf eine Reduzierung der Abfälle und Ausfallzeiten konzentriert ist. Das Konzept einer schlanken Fertigung, bei dem es sich um eine Methode zur Reduzierung der Produktionsabfälle handelt, gibt es indes schon viel länger – es wurde von Toyota-Geschäftsführer Taiichi Ohno entwickelt und erstmals kurz nach dem Ersten Weltkrieg umgesetzt.

Angesichts der weltweiten Wirtschaftslage ist es angebracht, sich die Frage zu stellen, wie man als volkswirtschaftlich denkender Manager möglichst viele Hersteller in Europa für das Konzept einer intelligenten Fertigungsanlage empfänglich machen könnte. Eine Antwort und vielleicht auch der wichtigste Schritt hin zu einem erfolgversprechenden Ansatz könnte der Einbau von Sensoren in Anlagen und Maschinen sein, um diese mit dem Internet der Dinge zu vernetzen. Kommunikation alleine reicht jedoch nicht aus, um aus einer Produktionsstätte eine »intelligente« Fertigungsanlage zu machen, wenn die Kommunikation sich nur auf den Bereich der Fertigung beschränkt. Die Entscheidungsfindung in allen Phasen des Fertigungs- und Vertriebsprozesses – einschließlich der Lieferkette – kann mit Hilfe komplexer Analytik ganz ohne menschliches Zutun erfolgen. Zwei einfache Methoden, mit denen sich mittels einer »intelligenten« Lieferkette die Vorteile einer „intelligenten“ Produktionsanlage optimieren lassen, sind Kosten- und Platzeinsparungen.

Produktionsengpässe vorhersagen

Das System einer »intelligenten« Lieferkette organisiert und optimiert sich selbst. Die mit den vernetzten Sensoren in der Fertigungsanlage erfassten Daten können mit Benutzereinstellungen, Wetterdaten und vielen anderen Informationen zu beliebigen Systemvariablen kombiniert werden. Ein »intelligentes« System kann einen Engpass prognostizieren, der sich aus Wetterunregelmäßigkeiten ergibt, und somit für die Straffung des Systems und die Vermeidung von Produktionsabfällen genutzt werden, was wiederum zu einer schlankeren Produktion führt.
Ein Beispiel für die Integration einer intelligenten Lieferkette in das Geschäftsmodell ist der Einzelhandelsriese Gap, der das nahtlose Bestandsmodell mit Technologie von GT Nexus Tech anwendet. Dieses Modell konzentriert sich auf die ständige Verfügbarkeit der richtigen Produkte in der richtigen Menge. Gap kann dadurch die Lagerbestände überwachen und sogar einzelne Waren genau verfolgen. Dies verbessert das Nutzererlebnis und reduziert die Prozesskosten in dieser hart umkämpften Branche.

Prädiktive Analytik

Hersteller horten Ersatzteile, vor allem wenn deren Ausfallrisiko hoch ist. Viele zusätzlich gehorteten Bauteile verstauben und verschwenden wertvollen Platz. Dies ist vor allem für Unternehmen mit Bestandssystemen relevant, da das beschleunigte Veralten der Industrieanlagen bei Managern den Irrglauben wecken könnte, dass Ersatzteile für defekte Maschinen nur schwer aufzutreiben sind.
Prädiktive Analytik lässt sich zur Überwachung des Zustandes aller Maschinen einer Fertigungsanlage nutzen. Sobald die Leistung einer Maschine nachlässt, erhält der Betriebsleiter automatisch eine Benachrichtigung. Dies bedeutet, dass oftmals ein Ersatzteil installiert werden kann, bevor es zu einem Ausfall kommt. Die Integration der „intelligenten“ Lieferkette in den Produktionsprozess ist eine einfache Methode, um besser zu werden. Wenn Maschinen in der Lage sind, Systemprobleme zu erkennen und zu überwachen, kann dies die Systemlebensdauer verlängern. Wenn eine Systemanpassung nicht möglich ist, könnte eine „intelligente“ Fertigungsanlage beim Zulieferer für veraltete Industriebauteile namens EU Automation völlig ohne menschliches Zutun ein Ersatzteil bestellen. Somit wäre es für Hersteller überflüssig, in der eigenen Produktionsstätte Ersatzteile zu horten, was zu einer Reduzierung der Abfälle führen und den verfügbaren Platz erhöhen würde.