Echtzeit-Bilder aus dem Brustkorb können Leben retten Elektrodengürtel für die Lungenfunktionsüberwachung

Damit die Ankopplung der Elektronik an die Haut des Patienten auch unter schwierigen intensivmedizinischen Bedingungen gewährleistet ist, muss der Elektrodengürtel wie eine zweite Haut anliegen.
Damit die Ankopplung der Elektronik an die Haut des Patienten auch unter schwierigen intensivmedizinischen Bedingungen gewährleistet ist, muss der Elektrodengürtel wie eine zweite Haut anliegen.

Die Lunge ist eines der sensibelsten Organe des Menschen: 15 Prozent der künstlich beatmeten Patienten erleiden ein akutes Lungenversagen, 39 Prozent davon sterben. Hilfe bietet ein neuartiges System namens elektrische Impedanztomographie (EIT), das mit Hilfe eines Elektroden-Gürtels die Überwachung der menschlichen Lunge in Echtzeit erlaubt.

Eine optimale Beatmungstherapie rettet Leben. Dafür ist es wichtig, die lokalen Auswirkungen der Beatmung auf das fragile Lungengewebe zu überwachen. Hier kommt das EIT-System mit dem SensorBelt zum Einsatz, dessen Sensoren nach dem Prinzip der elektrischen Impedanztomografie ohne Röntgenstrahlung arbeiten. Dabei fließen Wechselströme durch den Körper des Patienten und erzeugen elektrische Spannungen an der Körperoberfläche, die sich mit der Atmung rhythmisch ändern. Die Sensoren im SensorBelt nehmen diese kleinsten elektrischen Spannungsänderungen auf. Ein Computer erzeugt daraus in Echtzeit Bilder der atmenden Lunge.

Das sei ein großer Vorteil für die Intensivmedizin, wie Dr. Christian Karagiannidis, geschäftsführender Oberarzt für Pneumologie an der Lungenklinik Köln-Merheim, erläuterte. Er hat das Produkt in der Praxis getestet. Im Vergleich zu den bisher gebräuchlichen großen und unflexiblen Geräten erlaubt das EIT-System mit dem SensorBelt eine kontinuierliche Analyse der Lungenfunktion für jeden Atemzug direkt am Bett des Patienten, und zwar ohne Röntgenstrahlung. „Gerade bei Schwerstkranken können wir so die mechanische Beatmung optimieren und pathologische Veränderungen schnell erkennen“, betont Karagiannidis.

Passgenau und sicher

Um die Ankopplung der Elektronik an die Haut des Patienten auch unter schwierigen intensivmedizinischen Bedingungen immer zu gewährleisten, muss der Elektrodengürtel wie eine zweite Haut anliegen (Bild). Dafür sorgen die flexiblen Leiterplatten von enmech, auf denen die 32 Sensoren aufgebracht sind. Für die hautfreundliche Ummantelung liefert Freudenberg Vliesstoffe. Sie schützen den Körper und zugleich die Elektronik vor Umweltweinflüssen.

Der Vliesstoff besteht aus feinsten Polyurethan-Fäden – ein Trägermaterial, das auch für Wundauflagen verwendet wird. Diese Fäden können sehr dicht gesponnen werden, bleiben dabei aber atmungsaktiv und elastisch. „Wir mussten ein Material finden, dass dehnbar ist und sich gut an den Körper des Patienten anpasst, gleichzeitig stabil bleibt und die Form auch nach mehrmaligem Öffnen und Schließen des Gurts behält“, erläuterte Katja Herbrand, Area Sales Manager Medical Europe bei Freudenberg Vliesstoffe.