Spritzgussgehäuse Zu 100 Prozent biologisch abbaubar

Spritzgussgehäuse aus Biokunststoffen, welche zu 100 Prozent biologisch abbaubar sind

Mit der Markteinführung der neuen Gehäuseserie NawaRo (= nachwachsende Rohstoffe) startet die Richard Wöhr GmbH ein vielversprechendes Experiment in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Denn im Angebot des Herstellers befinden sich nun auch Spritzgussgehäuse aus Biokunststoffen, welche zu 100 Prozent biologisch abbaubar sind.

Bei den neuen Werkstoffen handelt es sich um ein Compound aus Holz- und anderen pflanzlichen Fasern mit dem Hauptbestandteil Lignin, dem neben der Zellulose am häufigsten in der Natur vorkommenden organischen Stoff. Lignin ist eine dreidimensional vernetzte, aromatische Kohlenwasserstoff-Verbindung. Es ist in der Zellwand von verholzten Pflanzen wie Gräsern, Stauden, Sträuchern und Bäumen eingelagert und dient dort als Festigungselement.

Bei der Papierherstellung ist Lignin unerwünscht, weil es zur Vergilbung beiträgt. Deshalb wird es chemisch entfernt und findet dann Verwendung in anderen Einsatzbereichen, so auch in Granulaten zur Herstellung von Biokunststoffprodukten. Sämtliche Kunststoffgehäuse aus der Markenserie KM-Gehäusetech sowie Plattenware sind mit dem neuen Werkstoff lieferbar.

Kundenspezifische Modifizierungen sind aufgrund der Werkzeugkosten in der Regel jedoch erst ab einer größeren Bestellmenge wirtschaftlich rentabel. Die intelligent durchdachten KM-Werkzeuge für das Spritzgussverfahren sind so angelegt worden, dass neben herkömmlichen Kunststoffgranulaten auch Bio-Granulate auf pflanzlicher Basis verarbeitet werden können. Umfangreiche Versuche haben ergeben, dass dies mit den hierauf optimierten Prozessparametern möglich ist. Die Bio-Granulate wurden mit genormten wissenschaftlichen Messverfahren auf ihre mechanischen, physikalischen und thermischen Eigenschaften sowie Lebensmittelechtheit gestestet.

Nach den bereits mehrfach auditierten DIN-EN-ISO-Zertifizierungen 9001 und 13485 wird die Richard Wöhr GmbH in 2010 auch die Umweltzertifizierung nach DIN EN ISO 14001 erhalten. Denn eine nachhaltige umweltgerechte Produktion und eine Abkehr von den immer knapper werdenden fossilen Rohstoffen ist dem Unternehmen ein großes Anliegen, auch mit Blick auf künftige Generationen.

Mit entsprechenden Maßnahmen, in die alle Mitarbeiter von Anfang an mit einbezogen werden, wird das inhabergeführte Familienunternehmen dem Anforderungskatalog für die Umweltzertifizierung mehr als gerecht werden. Dazu gehören unter anderem eine CO2-neutrale Beheizung und Klimatisierung des Firmenanbaus (Realisierung in 2010).