Spezialkabel für Inspektionsroboter Wandstärken von Rohrleitungen bestimmen

Mirko Böker, Produktverantwortlicher Spezialkabel, e-mobility und Kanalroboter bei HELUKABEL präsentiert eine Einkabellösung für einen pneumatischen Arbeitsroboter.
Mirko Böker, Produktverantwortlicher Spezialkabel, e-mobility und Kanalroboter bei Helukabel, präsentiert eine Einkabellösung für einen pneumatischen Arbeitsroboter.

Helukabel hat für einen flexiblen Ultraschallprüfroboter ein Spezialkabel entwickelt, welches seine Medien-Versorgung sicherstellt. GE Hitachi setzt diesen Roboter zur Wandstärkenbestimmung von erdverlegten Rohrleitungen ein.

»Über eine Empfehlung, welche uns als Spezialist für Sonderleitungen lobte, kam die Inspector Systems auf uns zu«, erinnert sich Mirko Böker, Produktverantwortlicher für Spezialkabel und Kanalroboter Leitungen bei Helukabel in Hemmingen. Der Spezialist für Kanalroboter suchte einen Anbieter, der alle nötigen Elemente für die Versorgung eines Rohrinspektionsroboters in einem Kabel unterbrachte. Mit dieser Art der Einkabellösung betraten die schwäbischen Entwickler Neuland, welches einen Kilometer lang sein sollte. »Von der Anfrage bis zur Auslieferung dauert es nur zehn Wochen«, so Herr Böker.

Inspector Systems hat sich auf Kanalroboter zur Inneninspektion, Innenprüfung und Innenbearbeitung von Rohrsystemen spezialisiert. Das 30-jährige Unternehmen entwickelt und fertigt kundenspezifische Roboter und steht für weltweite Dienstleistungseinsätze zur Verfügung. Die Haupteinsatzgebiete der Firma südlich von Frankfurt liegen im Bereich der Qualitätssicherung und Instandhaltung von Kernkraftwerken, konventionellen Kraftwerken, Raffinerien, chemischen bzw. petrochemischen Anlagen sowie der Offshore-Industrie, Gas-Pipelines, Fernwärmeleitungen und kommunalen Abwassernetze.

Es ist dreckig, dunkel und unerreichbar

Die Roboter erkunden die Bereiche von Rohrleitungen, in die kein Mensch mehr vordringen kann. In den USA sollen die Gasleitungen bei der GE Hitachi etwa einmal im Jahr überprüft werden. Der Inspektionsroboter inspiziert die Innenwände der Rohrleitungen auf einer ungefähren Länge von jeweils 100 Metern zwischen zwei Anschlüssen auf entstandene Lecks, Bruchstellen oder defekte Schweißnähte. An der dabei ermittelten Wandstärke des Rohrs erkennt der Instandhalter den Zustand im Inneren. »Der kabelgebundene Inspektionsroboter sollte sowohl vertikal als auch horizontal sowie durch Bögen fahren können und dabei wasserdicht sein. Die Wandstärkenprüfungen sollten per Ultraschall durchführt werden«, beschreibt der Geschäftsführer der Inspector Systems GmbH die Besonderheiten der Anwendung. »Als besondere Herausforderung musste das Kabel alle geforderten Komponenten wie Kupfer, LWL, Wasserschlauch, Luftschlauch und Kevlar beinhalten.«

Für die Fortbewegung des Roboters im Rohr treibt ein elektrischer Motor mehrere Antriebselemente an, an denen Räder angebracht sind. Die einzelnen Antriebe sind flexibel durch Faltenbälge miteinander verbunden und werden durch ein individuelles Prüfelement ergänzt. Tritt der Roboter seine Inspektion an, werden die Räder der Antriebselemente pneumatisch an die Rohrinnenwand gepresst, um sich dort abzurollen und somit in Schrittgeschwindigkeit fortbewegen zu können. Diese Technik erlaubt es dem Roboter, durch trockene wie wassergefüllte Rohrleitungen mit Bögen und vertikalen Abschnitten bis zu einer Länge von 150 Meter zu fahren. An der Roboterspitze befindet sich eine Industriekamera, die ihre »Erkenntnisse« zum Leitstand überträgt. Dieser befindet sich nahe der Arbeitsstätte meist in Form eines Transporters, der alle nötigen Zusatzeinheiten wie die Computertechnik bereithält. Kanalroboter können applikationsspezifisch übrigens auch mit mehreren Kameras ausgestattet sein. Die Energie-, Daten- und Druckluftversorgung des »Inspektors« stellt das Spezialkabel von Helukabel sicher.