Energieführungsketten So kommt der Strom in die Schiebetür

Transportfahrzeuge sind oft mit Schiebetüren ausgestattet, in denen Energieführungsketten zum Einsatz kommen
Transportfahrzeuge sind oft mit Schiebetüren ausgestattet, in denen Energieführungsketten zum Einsatz kommen

Ein elektrischer Fensterheber im Auto ist Standard. Dabei ist die Stromzuführung v.a. bei Schiebetüren eine konstruktive Herausforderung: Damit elektrische Komponenten auch bei geöffneter Tür funktionieren, ist eine Dauerbestromung nötig. Kabeltrax bietet dafür die passenden Energieführungssysteme.

Kabeltrax ist eine Division von Tsubaki Kabelschlepp, die Energieführungsketten in hohen Stückzahlen vollautomatisiert herstellt und montiert. Die individuellen Lösungen des Anbieters bündeln, führen und schützen Leitungen während der Bewegung in einem definierten Bauraum. Speziell entwickelte Montagemaschinen und eine permanente Qualitätskontrolle ermöglichen die Produktion von großen Stückzahlen in höchster Qualität, aber zu niedrigen Kosten.

Bewährter Partner der Automobilindustrie

Vor allem die Automobilindustrie vertraut seit fast 20 Jahren auf Kabeltrax: In dieser Branche liefert das Unternehmen Energieführungsketten für den Einbau in Fahrzeuge. Kleinste Einbauräume und komplexe Karosserieformen stellen dabei die größten Herausforderungen dar. Die Entwickler müssen die Leitungen nicht nur bündeln, sondern bei der Leitungsführung auch einen klar definierten Weg im Fahrzeug einhalten. Partner sind hierbei die Zulieferer der Fahrzeughersteller für Bordnetze, Türmodule, Türantriebe und Schließsysteme, die zusammenhängende Komponenten entwickeln, sowie die Hersteller ganzer Bauteilgruppen wie Sitze, Fahrzeugtüren, Cockpit oder Hard- und Softtops (Bild 1).

Weltweit werden zahlreiche Fahrzeugtypen verschiedenster Marken mit den Produkten des OEM-Lieferanten ausgestattet. Auch die Daimler AG setzt auf Lösungen von Kabeltrax. Aktuell kommen diese in den Schiebetüren der neuen Mercedes-Benz-V-Klasse bzw. des Mercedes-Benz Vito zum Einsatz. »Die Zusammenarbeit besteht aber schon länger«, erklärt Jörg Drews, Senior Manager Sales bei dem Zuliefer­unternehmen. »Zum Beispiel beliefern wir den Mercedes-Benz Sprinter schon seit 2005 mit einer Energieführungskette.«

Eine direkte Stromanbindung für die Fahrzeugtür

Die Serienproduktion der Mercedes-Benz-V-Klasse startete im März 2014; produziert wird im spanischen Mercedes-Benz-Werk Vitoria. Von dort aus werden die Fahrzeuge in die ganze Welt exportiert und in Europa, Asien, Russland und Afrika verkauft. Pro Jahr rollen rund 75.000 Wagen vom Band. Die Belieferung der Serie mit Energieführungsketten für permanente Bestromung der Schiebetüren erfolgt über den Bordnetzlieferanten. »Wir haben die Lösung unter anderem in enger Zusammenarbeit mit der Daimler AG entwickelt«, erläutert Jörg Drews.

Der Hintergrund: In Schiebetüren werden immer öfter elektrische Komponenten wie Fensterheber, Lautsprecher oder Sicherheitseinrichtungen inte­griert, die an das elektrische Bordnetz angeschlossen werden müssen. In vielen Fällen ist auch im geöffneten Zustand der Tür eine Stromversorgung oder Signalübertragung zu diesen Komponenten notwendig oder erwünscht. Daher ist der Einsatz von herkömmlichen Lösungsansätzen, wie Kontaktfingern, oft nicht möglich.

Eine technisch optimale Lösung ist die permanente Bestromung durch eine sogenannte »direkte Anbindung«. Dafür müssen Steuerungs- und Elektroleitungen mit Hilfe von Energieführungsketten in die Tür eingebracht werden. Sie machen die Verbindung ausfallsicher, langlebig und zudem ausgesprochen kostengünstig.