99,99 Prozent Verfügbarkeit standen im Vordergrund Serverracks für neues Rechenzentrum in Hannover

120 TS IT Racks von Rittal im Serverraum 1
120 TS IT Racks von Rittal im Serverraum 1

In Hannovers Süden ist eines der modernsten Rechenzentren Deutschlands entstanden. Die TÜV Nord Group konzentriert hier alle EDV-Aktivitäten der nationalen und internationalen Tochtergesellschaften. Dabei kommen bislang 120 Rittal TS IT Serverracks sowie eine Rittal Ri4Power-Anlage zur Energieverteilung zum Einsatz.

Da sämtliche IT-Prozesse der gesamten TÜV Nord Group über das neue Rechenzentrum laufen, gehörte eine Verfügbarkeit von 99,99 Prozent zu den grundlegenden Anforderungen. „Das bedeutet, dass das Rechenzentrum maximal 52 Minuten im Jahr ungeplant ausfallen darf“, erklärt Leroy Racette, Bereichsleiter EDV bei der TÜV Nord Group. „Weiterhin wurde die externe Energieversorgung so dimensioniert, dass das Rechenzentrum 72 Stunden unabhängig von der externen Netzversorgung betrieben werden kann.“ Um diese hohe Verfügbarkeit zu erreichen, sind alle relevanten Systeme doppelt ausgeführt.

Beste Erfahrungen mit Ri4Power

Die Errichtung der Niederspannungshauptverteilung (NSHV) hat die Firma Kesselhut Schaltanlagen GmbH & Co. KG ausgeführt. Auch die NSHV ist redundant aufgebaut, so dass zwei komplett getrennte Stromverteilungsstränge vorhanden sind, die sowohl die einzelnen technischen Einrichtungen als auch die Serverräume versorgen können. Die NSHV hat einen Bemessungsstrom von 4000 A und basiert auf dem Ri4Power-System von Rittal. „Mit Ri4Power haben wir in den vergangenen Jahren die besten Erfahrungen gemacht“, begründet Andreas Pahl, Geschäftsführer der Firma Kesselhut, die Entscheidung. 


Hybridkühler auf Gebäudedach

Die 120 TS IT Racks von Rittal im Serverraum 1 sind in einem Kalt-/Warmgang-Konzept aufgestellt. Die Klimatisierung erfolgt über ein redundant aufgebautes Umluft-Klimasystem (UKS). Dabei wird die Kaltluft auf einer Seite der Schrankreihe zugeführt und dort von den Lüftern der Hardware-Komponenten angesaugt. Auf der Rückseite steigt die warme Luft auf und wird zurück zu den Wärmetauschern geleitet. Für die Kaltlufterzeugung stehen im Obergeschoss des Mitteltrakts die Kältemaschinen, die die entsprechende Kälteleistung zur Verfügung stellen.

Auf dem Gebäudedach sind zwei Hybridkühler installiert, die die Wärmeenergie aus den Serverräumen an die Umgebung abgeben. Die Hybridkühler kühlen das Wasser-Glykol-Gemisch zunächst mit Umgebungsluft, was bis zu einer Außentemperatur von +16 °C problemlos funktioniert (indirekte Freikühlung). Bei Temperaturen bis zu +27 °C werden die Kühler zusätzlich mit Wasser besprengt (adiabatische Kühlung). Liegt die Außentemperatur noch höher, wird Kompressionskälte genutzt.

Stromverbrauch überwachen und optimieren

Die Kabel für die Stromversorgung der Server sind im Doppelboden verlegt. In den TS IT Racks selbst ist das modulare Stromverteilungssystem Rittal Power System Module (PSM) installiert. Das PSM-System stellt die Messwerte sowohl über den im Monitoringsystem integrierten Webserver als auch per SNMP zur Verfügung. Durch die Anbindung an ein Energiemanagementsystem lässt sich der Energieverbrauch überwachen und optimieren. Auch andere wichtige Messwerte, wie etwa die Temperaturen im Kalt- und im Warmgang, werden überwacht.

Zusammengefasst werden die Daten über das Monitoringsystem Computer Multi Control III (CMC III) von Rittal. Es funktioniert per CAN-Bus-Kommunikation und überwacht auch die Türen zu den einzelnen Serverschränken.

Sicher versorgt und feuergeschützt

Die Installation der elektrotechnischen Einrichtungen hat die Röwer Sicherheits- und Gebäudetechnik GmbH durchgeführt. Sie lieferte und installierte die beiden separaten Transformatoren, die die NSHV versorgen. Sollten doch einmal beide zur selben Zeit ausfallen, sorgen USV-Anlage und Netzersatzanlage (NEA) für die kurzfristige Überbrückung. Die USV muss die Versorgung nur wenige Minuten aufrechterhalten, bis der Dieselmotor läuft und der Generator synchronisiert ist.

Für die Überwachung des Außengeländes sorgen 18 Kameras mit 360°-Objekten. Im Inneren des Gebäudes sind die beiden Serverräume als Sicherheitszellen ausgeführt: Das Raum-in-Raum-System schützt wirkungsvoll vor Einbruch, Brand und Wasser. Die Serverräume können einem Feuer für 180 Minuten standhalten, ohne dass die IT-Infrastruktur im Innern in Mitleidenschaft gezogen wird. Sollte es innerhalb der Serverräume zu einem Brand kommen, sorgt eine automatische Brandlöschanlage dafür, dass es schnell und wirkungsvoll gelöscht wird, ohne die Hardware zu beschädigen.