Installationstechnik bei elektrischen Antrieben Schnelle und zuverlässige Installation vor Ort

Das Steckverbinder-Programm „Quickon-Power-Distribution IP68“ kommt bevorzugt bei elektrischen Antrieben zum Einsatz, da es Kriterien wie „Plug&Play“ und „Kurze Ausfallzeiten beim Gerätetausch“ bis ins Detail berücksichtigt.

Die Installationstechnik bei elektrischen Antrieben ist kein Thema, mit dem man sich lange beschäftigt. Der klassische Klemmenkasten mit Klemmbrett für die Umschaltung von Stern auf Dreieck, ein paar Kabelverschraubungen – das gibt es schon für wenig Geld.

Aber nicht nur die Motoren drehen sich weiter, sondern auch die Welt der Anschlusstechnik. Die Trends heißen heute „Plug&Play bei der Inbetriebnahme“ sowie „Kurze Ausfallzeiten beim Gerätetausch“. Alle Leitungen werden vor Ort passgenau installiert und können später einfach nachgerüstet werden. Der Einsatz von Steckverbindern erlaubt einen effizienten Personaleinsatz im Service-Fall, und der Austausch defekter Antriebe kann komplett von Mechanikern ausgeführt werden.

Industrietaugliche Installationstechnik in Schutzart IP 68

„Quickon-Power-Distribution IP68“ (QPD) nennt sich eine industrietaugliche Installationstechnik in Schutzart IP 68 von Phoenix Contact. Die fingerberührgeschützte IDC-Schnellanschlusstechnik (Insulation Displacement Connection) verfügt über vier 2,5-mm2-Kontakte für 690 V sowie 20 A. QPD umfasst alle wesentlichen Komponenten für die Energieverteilung in weit verzweigten Maschinen und Anlagen. Die Option der festen und steckbaren Quickon-Anschlüsse in Verbindung mit der zuverlässigen Installation vor Ort sorgen für Rationalisierungspotential (Bild 1).

Beim QPD-H-Verteiler handelt es sich um einen kompakten, robusten und schnell anzuschließenden Klemmenkasten. Die vier Quickon-Anschlüsse sind intern miteinander verbunden, das Gehäuse besteht vollständig aus massivem glasfaserverstärktem Polyamid. Der H-Verteiler kann mit einer durchgehenden Stammleitung, mit ein oder zwei Leitungsabzweigen oder auch als Sternverteiler mit einem Eingang und drei Abgängen verwendet werden.

Bei QPD-Wanddurchführungen wiederum handelt es sich um M25-Kabelverschraubungen, die von außen anschließbar sind. Der Hauptvorteil besteht darin, dass die Klemmenkästen der Antriebe zum Anschluss der Leitung nicht mehr geöffnet werden müssen. Nachdem Antriebe häufig auch an schwer zugänglichen Stellen positioniert sind, gerät das Anschließen des Klemmenkastens meist recht umständlich. Leichter fällt dies künftig mit der QPD-Wanddurchführung, da man mit ihr den Anschluss am Motor lediglich durch Anschrauben der Quickon-Mutter oder noch einfacher durch den QPD-Steckverbinder herstellen kann.

Einsatz für unterschiedliche Spannungskreise

Der Leitungsverbinder aus dem Quickon-Programm wird zur Verlängerung, aber auch zur Reparatur von Leitungen benötigt. In Verbindung mit dem passenden Steckverbinder bildet er eine typische Kupplungs-Steckverbindung. Der Steckverbinder mit voreilendem PE-Kontakt besitzt ebenfalls einen Quickon-Anschluss (Bild 2).

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So wird der Quickon-Anschluss installiert

Die Installation des Quickon-Anschluss dauert weniger als eine Minute.

Die Buchsenkontakte sind fingerberührgeschützt und gegen Fehlstecken polarisiert. Die große Einstecktiefe von zirka 30 mm sowie die robuste Schraubverriegelung garantieren für 2,5-mm2- Kabel eine Kabelzugentlastung in Längs- und Querrichtung von über 500 N. Durch die IDC-Anschlusstechnik ist darüber hinaus eine hervorragende Vibrationsbeständigkeit gegeben. Das Produktprogramm, das in schwarz und grau erhältlich ist, unterscheidet sich hinsichtlich der Polkennzeichnung. Die schwarzen Anschlusskomponenten haben die Polkennzeichnung 1, 2, 3 und PE, bei den grauen Ausführungen wird PE zu Pol 4 (1, 2, 3, 4, s. Bild 1).

Mittels roter Codierprofile sind vier unterschiedliche Fehlstecksicherungen einstellbar. Durch die unterschiedliche Farbgebung und die Steckcodierung lässt sich Quickon- Power-Distribution auch für verschiedene Spannungskreise innerhalb einer Anlage einsetzen.

Besonderheiten bei der Installation

Bei IDC-Anschlüssen gibt es durch den Verzicht auf die Vorbehandlung der Leiter gegenüber Schraub- oder Federkraftanschlüssen einige Besonderheiten bei der Installation zu beachten:

  • Die Quickon-Mutter muss korrekt angeschraubt werden – bereits nach den ersten Umdrehungen steigt die Anschraubkraft spürbar an, damit die Leiter-Isolation durchtrennt wird. Dieser Punkt muss überwunden werden, um den Leiter anschließend abzudichten und die Leiterzugentlastung herzustellen. Die korrekte Anschraubweite der Mutter ist sicherheitshalber noch auf dem Anschluss-Gewinde markiert.
  • Der spezifizierte Querschnittsbereich muss eingehalten werden. Bei zu dünnen Leitern besteht sonst die Gefahr, dass die Isolation nicht richtig verdrängt wird, weil der Schneid- Kontaktspalt dafür zu groß ist. Bei zu dicken Leitern ist das Anschließen entweder gar nicht möglich oder das System kann durch zu hohe Beschaltungskräfte beschädigt werden.
  • IDC-Anschlüsse sollten im Temperaturbereich von –5 bis +50 °C installiert werden. Bei extrem niedrigen oder hohen Temperaturen kann sich die Leiterisolation in ihrer Elastizität stark verändern und damit die Schneidfähigkeit beeinträchtigen.
  • Die Schneiden sind bei Quickon für Isolationswerkstoffe wie PVC und PE ausgelegt – auf Anfrage werden auch andere Isolationswerkstoffe geprüft. Harte Isolationswerkstoffe wie Teflon oder zäh-elastische Isolationen wie Silikon lassen sich nur mit speziellen IDC-Kontakten anschließen.
  • Starre und flexible Leiter lassen sich gleichermaßen gut kontaktieren, bei hochflexiblen Leitern der Kategorie 6 sollte der minimale Litzendurchmesser von 0,15 mm jedoch nicht unterschritten werden.