3. Gastkommentar des Kemet-CEOs Per-Olof Loof Mehr Einsatz für konfliktfrei

Per-Olof Loof, Kemet
Per-Olof Loof, Kemet

Die meisten Aktivitäten des weltweiten Geschäftslebens haben unweigerlich Auswirkungen auf die Menschenrechte – vor allem in Regionen, deren Regierungen diktatorisch oder korrupt sind. Demokratische Regierungen und Unternehmensführer indes wünschen sich, dass ihr Tun positive Auswirkungen hat.

Dies lässt sich aber nicht ohne nachhaltige und bewusste Anstrengungen erreichen. Deshalb sind bestimmte Initiativen erforderlich: Abschnitt 1502 der Dodd-Frank-Direktive zielt auf den illegalen Handel mit Konfliktmaterialen wie Tantal, Wolfram, Zinn und Gold und ist eine eindeutige Initiative seitens der Gesetzgebung. Einige Beteiligte weisen auf Mängel hin und behaupten, das Gesetz zwinge die Minenarbeiter aus der Arbeit und ihren Familien in die Armut, da verarmte Menschen keine andere Wahl hätten, als sich Milizen anzuschließen, um zu überleben. Andere hingegen sagen, dass die Alternative – eine so schreckliche Situation fortbestehen zu lassen – nicht akzeptabel ist.

Dodd-Frank ist jedoch nicht die einzige Initiative mit dem Ziel, Unternehmen in die Pflicht zu nehmen, die Missstände im Zusammenhang mit Konfliktmaterialien zu beseitigen. Die Organisation zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat eine Richtlinie zur Sorgfaltspflicht für verantwortliche Lieferketten veröffentlicht, und das World Gold Council einen Standard zu konfliktfreiem Gold erlassen, um den Missbrauch von Gold zu beseitigen und gleichzeitig seine Rolle bei der sozialen und wirtschaftlichen Weiterentwicklung hervorzuheben.

Als weltweit größter Hersteller von kondensatortauglichem Tantalpulver hat sich Kemet zu einer verantwortungsbewussten Förderung von Tantalerz verpflichtet. Tantal ist entscheidend für unser Geschäft, und wir sind entschlossen, alles zu unternehmen, um sicherzustellen, dass die Materialien die wir verwenden, ethisch korrekt gefördert werden. Unsere Maßnahmen finden sich im Einklang mit der Dodd-Frank-Direktive und verbessern die Bedingungen für Minenarbeiter, deren Familien und die Gemeinden vor Ort. Wir sind eng verbunden mit der vollständig geprüften, zu 100% konfliktfreien Mine in Kisengo und arbeiten mit erfahrenen Gruppen vor Ort zusammen. Wir unterstützen auch die Gemeinde aktiv: bei der Finanzierung einer Schule, eines Krankenhauses, der Straßen, der Wasserversorgung und der Straßenbeleuchtung. Damit entsprechen wir der Dodd-Frank-Direktive und fördern gleichzeitig den Wohlstand durch den Bergbau.

Eines ist sicher: Dodd-Frank ist ein Beispiel und ein Katalysator für wichtige Maßnahmen auf diesem Gebiet. Die Europäische Union wird demnächst ihre eigene Gesetzgebung erlassen, um den Diebstahl von Afrikas Ressourcen für die Kriegsfinanzierung und die damit verbundenen Verletzungen der Menschenrechte zu unterbinden. Wir sind davon überzeugt, dass unser Ansatz bezüglich des Bergbaus in Kisengo den Geist der neuen Gesetzgebung unterstützt und mit dem Gesetz konform ist. Wir haben uns auf ein konfliktfreies Geschäftsmodell verpflichtet – nicht nur weil wir Rechtssicherheit wahren wollen, sondern weil wir an dieses Modell glauben.