Interview mit Dr. Thomas Ebel, Geschäftsführer der FTCAP GmbH Kondensatoren sind keineswegs langweilig

Die Bezeichnung FTCAP steht für ein in Deutschland produzierendes Unternehmen, das Kondensatoren für spezielle Kundenapplikationen herstellt. Bisweilen kostet eines dieser Bauteile schon mal 120 Euro.

Herr Dr. Ebel, können Sie uns das Unternehmen FTCAP in drei Sätzen vorstellen?

Dr. Thomas Ebel: FTCAP Fischer und Tausche Capacitors verfügt über mehr als 65 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von Kondensatoren, die in den unterschiedlichsten Branchen Verwendung finden. Zu unserem Sortiment gehören sowohl Film- als auch Elektrolyt-Kondensatoren, die wir als einer der letzten Hersteller in Deutschland fertigen. Wir haben uns auf Sonderanfertigung für schwierige Anwendungen spezialisiert, bieten aber auch Standardkondensatoren in kleineren und mittleren Stückzahlen.

Ihr Unternehmen beschäftigt sich seit 65 Jahren mit Kondensatoren. Inwiefern hat sich die Branche in all diesen Jahren verändert?

Dr. Ebel: FTCAP ist ein Familienunternehmen. Die Firmengründer Heinz Fischer und Alfred Tausche haben 1948 mit der Produktion von Kondensatoren begonnen. Damals war die Nachfrage natürlich noch vergleichsweise gering und die Produktionsbedingungen eher unprofessionell. Die Kondensatoren wurden von den Fischersfrauen hier in Husum gewickelt, die so von zuhause aus etwas Geld verdienen konnten. Die beiden Gründer erkannten allerdings schnell, dass nur eine industrielle Produktion konkurrenzfähig war. Sie kauften ein Gelände und investierten Geld in moderne Produktionsanlagen, die seitdem laufend modernisiert und verbessert wurden. Auch heute ist die Fertigung von Kondensatoren teilweise noch mit Handarbeit verbunden, gleichzeitig wird aber auch hochmoderne Technik wie zum Beispiel das Laserschweißen genutzt. In Zeiten des zunehmenden Konkurrenzdrucks hat sich die Branche auch dahingehend verändert, dass hauptsächlich in Billiglohnländern produziert wird. Diesen Trend haben wir bewusst nicht mitgemacht. Viele andere Hersteller machen ihren Umsatz mit großen Serien aus Fernost. Wir aber bleiben unserem Standort und unseren fähigen Mitarbeitern treu.

Wo liegt für Kunden der Vorteil bei einer Fertigung in Deutschland?

Dr. Ebel: Die Kunden profitieren einerseits von der langjährigen Erfahrung unserer Mitarbeiter. Diese Kompetenz ist die Basis für viele patentierte Innovationen und die Beschreitung ungewöhnlicher Wege, um Anwendungsprobleme zu lösen. Andererseits hat die Präsenz in Deutschland auch für die Kunden zahlreiche Vorteile. FTCAP ist der einzige Anbieter, der Elektrolyt-Kondensatoren in Deutschland herstellt. Unsere Kunden schätzen es sehr, dass sie ohne großen Aufwand hier in Husum vorbeischauen können. Unsere Entwickler kann man direkt anrufen und mit ihnen ohne Sprachbarriere kommunizieren. Das ist vor allem immer dann von Vorteil, wenn wir kundenspezifische Lösungen konzipieren. Da ist die räumliche Nähe eigentlich unabdingbar, weil man sich ja eng abstimmen muss. Einige Wettbewerber haben nur die Fertigung ausgelagert und entwickeln noch in Deutschland. Das ist aber ebenfalls keine optimale Lösung. Kurze Wege zwischen Entwicklung und Produktion sind aus vielen Gründen sinnvoll und ermöglichen viel effizientere Prozesse. Für unsere Kunden bedeutet das zum Beispiel, dass die Bemusterung einfach und schnell geht. Wir verfügen über eigene Spritzgusswerkzeuge und können somit direkt Muster erstellen. Zudem machen es unsere technischen Produktionsbedingungen möglich, Innovation bis zur Marktreife zu bringen.