Elektromechanikkongress 2013 Für die Systemintegration unverzichtbar

Sie war am 24.09.2013 erneut Treffpunkt für den Elektromechanik-Kongress: die Hochschule Landshut.
Sie war am 24.09.2013 erneut Treffpunkt für den Elektromechanik-Kongress: die Hochschule Landshut.

Kürzlich fand an der Hochschule Landshut zum zweiten Mal in Folge der Elektromechanik-Kongress der Schwesterzeitschriften Elektronik sowie computer&automation statt. 160 Teilnehmer erhielten praxisgerechte Informationen zu zahlreichen Themen.

Die Keynote zum Thema „Nachhaltigkeit in der Produktion – Ressourcen- und Energieeffizienz im Schaltschrank­aufbau“ hielt Steffen Wagner von Rittal. Er widmete seinen Vortrag dem Thema „Green Carbody Technologies“ – einem Verbundprojekt, an dem nicht weniger als 60 Firmen beteiligt sind und das vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 100 Millionen Euro finanziell unterstützt wird. Das Verbundprojekt teilt sich in 30 Teilprojekte auf, die allesamt darauf ausgerichtet sind, den Energiebedarf eines Industriebetriebes mittelfristig zu halbieren und die zur Fertigung benötigten Ressourcen deutlich sparsamer einzusetzen, als es heute noch der Fall ist. Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem Volkswagen-Konzern zu, in dessen Kfz-Fertigung die Projekte umgesetzt werden.
Die Firma Rittal ist dabei in mehrere Teilprojekte eingebunden, bei denen Klimatisierungs- und Energiemanagement-Lösungen im Mittelpunkt stehen. Bei dem Klimatisierungs-Teilprojekt geht es um die Minimierung des Energieeinsatzes zur Kühlung von Schaltschränken, und zwar durch die optimierte Integration von Verdrahtungsrahmen und Klimageräten. Darüber hinaus sollen bislang existierende Wärmenester durch „intelligente“ Luftführung vermieden werden sowie Kaltluftströme, die durch geschickte Leitmechanismen geführt werden, für effiziente Wärmeabführung innerhalb der bestückten Schaltschränke sorgen.
Innerhalb eines Volkswagen-Werkes werden zusammen mit der Friedrich Lütze GmbH 400 klimatisierte Schaltschränke (Bild) auf verschiedene Aspekte hin untersucht; beispielsweise ob Wärmenester vorhanden, im Schrank verbaute Steuerungskomponenten zu eng aneinander gereiht und/oder Temperaturfühler zum Aufspüren von Hot Spots in den Schränken verbaut sind. Die Studie brachte an den Tag, dass 93 % der geprüften Schaltschränke keine gezielte Luftführung aufwiesen, immerhin 64 % der warm werdenden Steuerungskomponenten nicht im Luftstrom positioniert waren, 40 % durch stark verschmutzte Filtermatten in ihrer Funktion eingeschränkt waren und sich 19 % der verbauten Schränke durch sogenannte Luftkurzschlüsse auszeichneten.
Die Projektteilnehmer haben darauf aufbauend Lösungsvorschläge erarbeitet, die unter anderem effizientere Wärmetauscher und Kühlgeräte vorsehen sowie die Entwicklung einer Projektierungs-Software zum Inhalt haben. Letztere soll unter anderem systematisch alle relevanten Einflussgrößen beim Schaltschrankaufbau erfassen, konkrete Luftführungsmaßnahmen treffen, Hot Spots vermeiden und die Komponenten im klimatisierten Schrank aus wärmetechnischer Sicht optimal anordnen. Die Software existiert in Vorstufen und soll in den kommenden Jahren noch verfeinert werden.