GMM-Fachtagung in Wolfsburg EMV im Kraftfahrzeug sicherstellen

Schnelle Datenübertragungsraten und die Elektrifizierung von Fahrzeugen erfordern ganz neue EMV-Maßnahmen. Die Fachtagung „Elektromagnetische Verträglichkeit in der Kfz-Technik“ ist eine Diskussionsplattform mit umfangreichem Vortragsprogramm für Lösungsansätze aktueller Problemstellungen.

Im letzten Jahrzehnt sind eine Reihe von Bussystemen zur Kommunikation zwischen den elektronischen Baugruppen implementiert worden, um das Fahrzeug in sich zu vernetzen. In diesem Jahrzehnt steht zusätzlich die nahtlose Vernetzung mit dem Umfeld im Vordergrund. Über ein IT-Back-End kann schwarmbasierte Intelligenz genutzt werden, um lokale Gefahrensituationen zu verbreiten oder prädiktive Effizienzassistenten zu realisieren.

Die Informationen einer Vielzahl verschiedener Sensoren und Kamerasysteme, die zur Umfelderkennung fusioniert und einer zentralen Elektronikeinheit zur Trajektorien-Planung zur Verfügung gestellt werden, können durch Schwarmintelligenz ergänzt werden.

Datenraten und Elektrifizierung

Die im vergangenen Jahrzehnt etablierten drahtgebundenen Kommunikationssysteme zur internen Vernetzung der Elektronikeinheiten mit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 1 MBit/s reichen für moderne Anwendungen nicht mehr aus. Der aktuelle Funktionsumfang von Fahrzeugen benötigt bis zu hundertmal so große Geschwindigkeiten.

Je höher die realisierten Datenraten eines Kommunikationssystems sind, umso größer wird die Anfälligkeit gegenüber äußeren Störeinflüssen. Für die EMV-Gemeinschaft der Automobilindustrie ergeben sich also große Herausforderungen bei der Auslegung und Validierung solcher Systeme bezüglich Störimmunität und -emission.

Zusätzlich macht die Elektrifizierung des Antriebsstrangs moderner Fahrzeuge Fortschritte. Rein elektrisch betriebene Fahrzeuge erfüllen zwar häufig noch nicht die Reichweitenanforderungen der Kunden, doch sind hybride Antriebssysteme eine ergänzende Übergangstechnologie. Die Realisierung eines elektrischen Trak­tionssystems und die Anforderungen der Speicherung von elektrischer Energie führen zu einer Verbindung der EMV-Aspekte des Niederspannungsnetzes mit der Fahrzeug-EMV.

Und im Antriebsstrang kommen Hochspannungs-Systeme zum Einsatz, die starke elektromagnetische Emissionen hervorrufen. Deshalb werden intelligente, EMV-gerechte Entwicklungslösungen und deren Qualifikation in den etablierten Integrationsebenen benötigt.

Tagungsprogramm

Die 7. GMM-Fachtagung „EMV in der Kfz-Technik“ (www.emv-kfz.de), die vom 20. bis 21. September in Wolfsburg abgehalten wird, soll eine Diskussionsplattform für diese aktuellen Heraus­forderungen bilden. An den beiden Veranstaltungstagen sind insgesamt sechs Sessions mit jeweils mindestens drei Vorträgen geplant – und zwar zu folgenden Themenkomplexen:

  • Trends im Automobil mit EMV-Bezug – unter anderem mit dem Vortrag „EMV-Aspekte bei induktiven Ladesystemen“ von D. Kürschner, Qualcomm CDMA Technologies;
  • EMV beim Laden von Elektrofahrzeugen – zum Beispiel mit dem Thema „Virtuelle Analyse zur Definition der EMV-Anforderungen beim Laden von Elektro- und Hybridfahrzeugen“ von J. Hein, BMW / TU München;
  • EMV von Elektrofahrzeugen – es referiert L. Laske von BMW über „EMV-Messungen an Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb“;
  • Ethernet im Fahrzeug – beispielsweise mit einem Vortrag von Mitarbeitern von Rosenberger Hochfrequenztechnik zu „Zukunftsfähigen HF-Stecksystemen für die Highspeed-Datenkommunikation im Kfz“
  • Buskommunikation im Fahrzeug – mit dem Schwerpunkt „EMV bei Highspeed-Design in der Automobilelektronik“ von K. Baur, Bosch;
  • EMV-Mess- und Prüfverfahren – zum Beispiel informiert O. Sassi, Volkswagen, über die „Analyse des Einflusses der Kopplungswege auf die Fahrzeugmessung im MW-Bereich“.

Chairman der EMV-Kfz ist Prof. Dr.-Ing. M. Richter von der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Er übernimmt an beiden Tagen die Begrüßung. Neben dem Vortragsprogramm sollen die EMV-Experten auch von der Möglichkeit zur gegenseitigen Vernetzung profitieren. Als Teilnehmer werden Ingenieure aus der Automobilindustrie, Mitarbeiter aus der Energiewirtschaft, von Hochschulen und von Testhäusern sowie interessierte Laien erwartet.