Interview »Die klassische Taste wird nie ganz verschwinden«

Manfred Sweekhorst, Geschäfstführer der EAO GmbH
Manfred Sweekhorst, Geschäfstführer der EAO GmbH, im Interviewso mit Elektronik-Redakteur Alfred Goldbacher.

Manfred Sweekhorst leitet die deutsche EAO GmbH, die mit klassischen Bedienelementen wie Not-Halt-Tastern in vielen Branchen vertreten ist. Parallel dazu entwickeln eigens dafür eingerichtete Projektteams neue Trends wie Touchscreen-basierte Bedienlösungen zur Serienreife.

Elektronik: Die EAO Lumitas wurde am 1. März 2012 in EAO GmbH umbenannt. Damals hieß es von offizieller Seite, dass sich für die Kunden dadurch nichts ändern werde. Würden Sie das heute, nach fünfzehn Monaten, bestätigen?
 
Manfred Sweekhorst: Auf jeden Fall! Denn ein Erfolgsfaktor in der fast fünfzigjährigen Geschichte der EAO GmbH sind unsere Mitarbeiter­innen und Mitarbeiter mit ihrer Motivation, gemeinsam mit dem Kunden seine Lösung zu finden – ganz gleich, unter welchem Namen man uns kennt. Mit der Namensänderung haben wir die Nähe zur Muttergesellschaft der EAO AG in der Schweiz herausgestellt – das Produktportfolio, die Mitarbeiter und deren Einstellung haben sich nicht verändert. Viele Kunden, aber auch viele „Altgediente“ in unserem Hause, tragen den Namen und den „Spirit Lumitas“ noch mit sich, und das ist auch okay so.
 
Wie agieren Sie innerhalb der EAO AG? Als weitgehend unabhängiger Regionalpfeiler mit lokalen Entwicklungsstandorten oder als Außenstelle, welche die Wünsche deutscher Kunden sammelt und die Entwicklung letztendlich der Schweizer Zentrale überlässt? Können Sie hier Beispiele aufführen?
 
Sweekhorst: Für unser Komponentengeschäft in Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien und der Slowakei sind wir die Verbindung vom Kunden zur Konzernzentrale. Jedoch haben wir für unsere Komplettsysteme eine eigene Projektierabteilung bestehend aus Entwicklungsingenieuren und Technikern, die je nach Komplexität entscheiden, ob lokal in Deutschland oder in der Schweiz produziert wird.
 
Sie nennen auf der Homepage vier Applikationsfelder als ihre Schwerpunkte: Öffentlicher Güter/Personen-Transport, Maschinenbau und Automation, Fördern und Heben sowie Automotive. Haben Sie dafür eigene Geschäftsteams intern eingerichtet? Mit anderen Worten: Wie betreuen Sie als Unternehmen dieses riesige Kundenpotenzial?
 
Sweekhorst: Für den Bereich Öffentlicher Güter-/Personentransport haben wir eine Fachabteilung, die sich mit allen Normen und Standards der Schienenfahrzeugbranche auskennt. Die Geschäftsfelder Maschinen- und Anlagenbau, Fördern und Heben und andere Branchen werden von unserem Customer-Service-Team direkt betreut. Die OEMs und Systemlieferanten im Automotive-Bereich betreuen wir mit einer eigenen Verkaufsgesellschaft – der EAO Automotive GmbH & Co. KG in Auerbach/Vogtland. Hier sind etwa 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verkauf, in der Forschung und Entwicklung, Qualitätsmanagement und Produktion tätig. Hier bieten wir Schaltsysteme im sichtbaren Bereich für ­Armaturenbrett und Mittelkonsole sowie beispielsweise Gurtschlossschalter und Handbremskontrollschalter für den verdeckten Bereich.