Aktuelle Neuheiten im Passiven-Komponenten-Bereich »Clevere« Kondensatoren und Störschutzbauteile

Bild 1. Die Kondensatoren der Serie 196 HVC Enycap enthalten bis zu sechs Zellen und liefern Kapazitätswerte von 4 bis 90 F(!).
Bild 1. Die Kondensatoren der Serie 196 HVC Enycap enthalten bis zu sechs Zellen und liefern Kapazitätswerte von 4 bis 90 F(!).

Selbst auf der Electronica 2014 musste man schon etwas intensiver nachforschen, was die einzelnen Anbieter von passiven Komponenten wie Widerständen oder Kondensatoren an echten Neuheiten auf den Markt gebracht haben. Vier Beispiele verdienen es auf jeden Fall, näher vorgestellt zu werden.

Vor allem in Energiezählern und Geräten der Heimautomation zur Absicherung der Energieversorgung bei Stromausfall werden die hochkapazitiven elektrochemischen Energiespeicherkondensatoren Enycap von Vishay zum Einsatz kommen. Die Bauteile gibt es mit einer Bauhöhe bis herab auf 2,5 mm und sie erreichen mit 13 Ws/g eine extrem hohe Energiedichte.

Die Serie 196 HVC Enycap (Bild 1) umfasst Modelle mit bis zu sechs Zellen und Kapazitätswerten von 4 bis 90 F, ebenso bedrahtete gestapelte Kondensatoren sowie SMF-Modelle (Surface Mount Flat) und LFC-Konfigurationen (Lay Flat Configuration) mit Anschlussdrähten und Steckern. Die zulässige Nennspannung reicht von 1,4 bis 8,4 V; außerdem macht die Technologie, auf der diese Kondensatoren basieren, das Ausgleichen der unterschiedlichen Zellenladezustände überflüssig. Nebenbei zeichnet sie sich durch sanfte Ladecharakteristik (<1 A) und einen niedrigen Leckstrom von 0,03 bis 0,24 mA aus. Die Bauteile sind für eine Lebensdauer von 1000 h bei +85 °C ausgelegt.

Durch ihre Spezifikationen eignen sich diese Kondensatoren beispielsweise für Anwendungen wie Embedded-Computer, Stromzähler, PoS-Terminals, Server, Datenspeichersysteme, industrielle Fernsteuerungen, Echtzeituhren, Notbeleuchtungen, Zugangskontrollsysteme und Überwachungskameras, Spiel- und Verkaufsautomaten sowie Netzwerkausrüstung.

Thermische Absicherung im Automobil

Als Antwort auf die zunehmende Nachfrage nach noch besserer Sicherheit und Zuverlässigkeit in rauen Fahrzeugumgebungen entwickelte TE Circuit Protection den Baustein HCRTP (High-Current Reflowable Thermal Protection, Bild 2). Der robuste Baustein ist speziell auf Hochleistungs- und Hochstromanwendungen im Fahrzeugbereich wie ABS-Module, Glühkerzen und Motorkühlgebläse abgestimmt und kann Halteströmen bis 90 A bei Raumtemperatur (23 ºC) beziehungsweise bis 45 A bei 140 °C widerstehen. Der oberflächenmontierbare HCRTP unterstützt Automobilentwickler bei der Einhaltung der strengen AECQ-Automobilstandards (einschließlich des AECQ-Schwingungstests).

Vor der Aktivierung kann man mit dem HCRTP-Baustein bleifreie Reflow-Prozesse mit Temperaturen bis 260 °C durchführen, ohne dass er sich öffnet. Im Anschluss an den Einbau wird durch eine einmalige elektrische Scharfschaltung eine niedrigere thermische Schwelle von 210 °C aktiviert. Nach der Scharfschaltung, die üblicherweise beim End-of-Line-Test nach dem Reflow erfolgt, öffnet der Baustein dann, wenn die kritische Sperrschichttemperatur die Öffnungstemperatur von 210 °C überschreitet. Der in einem 3,7 mm flachen Gehäuse erhältliche Baustein kann mit Hilfe bleifreier Standard-SMD-Montage- und Reflow-Verfahren eingebaut werden.