Rutronik-Tour durch Asien Auf Tuchfühlung mit den Lieferanten

Im April nahm Rutronik seine Kunden mit auf eine Reise zu den asiatischen Lieferanten.
Im April nahm Rutronik seine Kunden mit auf eine Reise zu den asiatischen Lieferanten.

Welche Fertigungsstandards herrschen in Asien? Und welches Land eignet sich für welche Fertigungsstruktur? Was muss man beim Umgang mit asiatischen Geschäftspartnern beachten? Antworten u.a. auf diese Fragen bot Rutronik seinen Partnern auf einer Reise zu den asiatischen Zulieferern.

Aus Asien kommen viele Impulse, die sich auf verschiedene Art und Weise auf die Elektronikbranche auswirken. Als Treiber sind hier im Bereich Leistungselektronik Länder wie Japan, im Bereich Unterhaltungselektronik Länder wie Korea oder Taiwan zu nennen. Den meisten ist Asien allerdings als Fertigungsregion ein Begriff. Zahlreiche westliche Unternehmen nutzen die geringeren Lohnkosten in China oder Taiwan für eine günstigere Produktion.

Für Rutronik ist Asien kein unbekannter Markt. Der Distributor ist weltweit tätig und hat seit 2011 auch eigene Niederlassungen in Asien. Von China, Hongkong und Taiwan aus spannt Rutronik ein Vertriebsnetz über die ganze Region. Im April nutzte der Distributor seine Verbindungen nach Asien und lud gemeinsam mit seinen Partnern Vishay, Kingstate, URT, Transcend, Yageo und Recom Unternehmensvertreter aus Europa ein, die Fertigungsstätten der Unternehmen zu besuchen und vor Ort mehr über die Produktionsprozesse zu erfahren. Neben der Einsicht in die Produktion erfuhren die Teilnehmer mehr über das Produktsortiment der Rutronik-Partner sowie über die kulturellen und wirtschaftlichen Hintergründe der einzelnen Regionen. Auch nutzten die Teilnehmer die Chance, ihre Ansprechpartner vor Ort kennenzulernen und über bestehende und sich anbahnende Geschäftsbeziehungen zu sprechen.

China – Fertigungsland Nr. 1

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Vishay-Fertigung in Danshui

Einblick in die Vishay-Fertigung in Danshui

Als das Fertigungsland Nummer eins gilt in Asien China. Die Lohnkosten sind im Vergleich zu Deutschland geringer – allerdings nur, was die Arbeiter anbelangt. In manchen Branchen haben sich die Gehälter der Managementebene längst den westlichen Gehaltsvorstellungen angepasst. Die Entlohnung der Arbeiter ist jedoch in vielen Bereichen nach wie vor weit unter dem westlichen Niveau. Ein Problem in China ist die hohe Fluktuation der Arbeiter. Das liegt u.a. an den Bedingungen: Arbeiter wohnen und leben in China in der Regel auf dem Werksgelände oder teilen sich Werkswohnungen nicht selten mit vielen Kollegen im Schichtdienst. Die hohe Fluktuation ist auch ein Grund dafür, dass in China hauptsächlich „Low Mix/High Volume“ gefertigt wird. Das heißt, in einer Fabrik werden nur wenige verschiedene Produkte gefertigt, dafür aber in hohen Stückzahlen. Hierfür müssen die Produktionslinien nicht oft umgestellt werden; es wird nur wenig speziell geschultes und qualifiziertes Personal benötigt.

Produktion passiver Bauteile

Erster Stopp der „Customer Tour“ war die Firma Vishay Components (Huizhou) in Danshui. Die Fluktuation ist bei Vishay eher gering. Einen Grund dafür sehen die chinesischen Firmenvertreter darin, dass ihre Arbeiter nicht zwingend auf dem Werksgelände wohnen müssen. Die Arbeiter siedelten sich außerhalb des Fabrikgeländes an und gründeten Familien.

In der Fabrik selbst stellt Vishay verschiedene Kondensatoren und Widerstände her. Die Produktionsmaschinen funktionieren zumeist mechanisch. So wird die Keramikscheibe, sprich: das Dielektrikum, eines Scheibenkondensators aus einem Pulvergemisch gepresst, die Elektroden mit Hilfe von Schablonen aufgebracht und die Kondensatorscheiben in einen Ofen zum Trocknen geführt. Nach dem Auflöten der Anschlussdrähte werden die Scheibenkondensatoren lackiert und anschließend in einer zum Teil vollautomatisierten Messstrecke getestet.