Neues Logistikzentrum Reichelt verdoppelt Lagerfläche

Reichelt-Elektronik-Geschäftsführer Ulf Timmermann begrüßt die Festgäste.
Reichelt-Elektronik-Geschäftsführer Ulf Timmermann begrüßt die Festgäste.

Reichelt Elektronik hat ein neues Logistikzentrum eröffnet und seine Fläche damit auf einen Schlag verdoppelt. Das Produktsortiment kann sich sogar verdreifachen.

Im Jahr 1996 hatte Reichelt Elektronik sein Logistikzentrum in Sande bei Wilhelmshaven in Betrieb genommen. Die Halle wurde 2004 erweitert und war nun in ihrer Kapazität an ihre Grenzen gestoßen. Gleichzeitig hatte die Gesellschafterin Anglika Reichelt die Firma 2010 an die Dätwyler-Gruppe verkauft. Seitdem steht ein finanzstarker Investor hinter dem mittelständischen Distributor. Diese Investitionskraft nutzte Reichelt, um neben die bestehende Halle eine weitere zu bauen, mit der das Sortiment deutlich erweitert werden kann. Anlässlich der Erweiterung fragten wir Geschäftsführer Ulf Timmermann zu den Zukunftsplänen von Reichelt.

Herr Timmermann, welche Bedeutung hat das neue Logistikzentrum für Reichelt?

Ulf Timmernann: Von der Betriebsgröße und der Grundfläche her verdoppeln wir uns. Unser Altbau ist für 50.000 Artikel ausgelegt. Im Neubau können wir weitere 100.000 Artikel bevorraten. Für uns ist das Wachsen über Produkte existenziell. Es gibt die eigentliche Elektronik, in der wir zuhause sind, bis runter zu den Bauteilen, über die Werkzeuge, die Messgeräte und es gibt noch die ganze Elektronik, die aus der IT kommt – und da müssen wir einfach am Ball bleiben. Mit dem neuen Logistikabschnitt haben wir uns für die Zukunft bereit gemacht.

Gleich verdoppelt – ist das nicht eine Nummer zu groß?

Timmermann: Wir haben eine Logistik aufgebaut, die skalierbar ist, d.h., wir können je nach Auftragsvolumen in diese Logistik eingreifen, wir können die Performance steuern und dadurch, dass wir diese Anlage selber aufgebaut und auch programmiert haben, auf jede Gegebenheit sofort reagieren. Unsere Welt ist im Umbruch, die Länder verändern sich. Ob es der englische Brexit ist oder egal, was morgen passiert, wir können sofort reagieren. Mit der eigenen Software haben wir alles im Haus, um in der Zukunft klarzukommen.

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Eröffnung des Logistikzentrum H3 bei Reichelt Elektronik

Mit der Inbetriebnahme der neuen Halle H3 verdoppelt Reichelt Elektronik seine Lagerfläche. Eindrücke aus dem Logistikzentrum und von der Eröffnungsveranstaltung.

Wird die neue Halle auch wieder für 20 Jahre reichen?

Timmermann: Mit so einer Logistik am Start und dem Dätwyler-Konzern im Rücken, der ganz klar auf Wachstum programmiert ist, ist der Zeithorizont relativ. Bisher wurde unser Wachstum durch die Möglichkeiten gesteuert. Mit den Möglichkeiten kommen die Bedürfnisse. Da können wir jetzt ganz andere Wachstumschancen wahrnehmen. Normalerweise hätten wir wieder zwei kleinere Hallen gebaut, erst eine, und wenn wir wieder etwas gespart haben, dann noch eine. Aber von den Kosten her machte das keinen Sinn. Deswegen haben wir uns gleich für die große Lösung entschieden.

Zu Dätwyler gehört auch Schuricht. Wie grenzen Sie sich da ab?

Timmermann: Da gehören auch noch die Nedis in Holland, die Elfa in Schweden und Distrelec in der Schweiz dazu. Wir grenzen uns untereinander nicht ab. Wir sind Schwestern und leben Synergien. Wir differenzieren und über unsere Kunden. Der Bereich der Distrelec und der Schuricht ist mehr MRO-getrieben (Maintenance, Repair, Operations), also schnelle Ersatzteilbeschaffung – ein Stück schnell – während bei uns der Bedarf größerer Beschaffungen gedeckt wird. Dabei versuchen wir, über Synergien für den Kunden preisliche Vorteile herauszuholen und komplette Produktsortimente zu anzubieten.