Interview mit Holger Ruban, Conrad Electronic Europaweit führend binnen zwei Jahre

Holger Ruban, Director Conrad Business Supplies, will mit seinem Dienstleistungsbetrieb binnen zwei Jahre zu den Top Drei gehören
Holger Ruban, Director Conrad Business Supplies, will mit seinem Dienstleistungsbetrieb binnen zwei Jahre zu den Top Drei gehören

Mit dem neuen Geschäftsbereich „Business Supplies“ untermauerte Conrad Anfang 2013 seine Ambitionen, im B2B-Geschäft europaweit Fuß fassen zu wollen. Die seither getroffenen Maßnahmen zeugen von Augenmaß: Das Produktportfolio wird im Eiltempo ausgebaut und Expertise durch gezielte Akquisitionen zusätzlich aufgebaut.

Elektronik-Redakteur Alfred Goldbacher traf sich zum Gespräch mit Holger Ruban, dem Director Conrad Business Supplies. Der Newcomer hat große Pläne, die in dem hart umkämpften Distributionsgeschäft letztlich darauf hinauslaufen, Wettbewerbern Marktanteile wegzunehmen. Die Chancen dazu stünden sehr gut.

Der zu Jahresanfang gegründete Geschäftsbereich nennt sich Conrad Business Supplies! Würden Sie uns denn ihre Roadmap erklären, was Sie und ihre Mitarbeiter in der Gründungsphase definieren und nun schrittweise umsetzen müssen?

Holger Ruban: Wir sind vielleicht ein Newcomer, aber jetzt schon in 17 Ländern mit unseren Vertriebsstrukturen tätig. Es ist auch keineswegs so, dass wir uns in Sachen Wettbewerb brav hintenan stellen, sondern heute schon in manchen europäischen Ländern durchaus zu den Top-3 im B-to-B-Bereich gehören. In Polen beispielsweise sind wir heute schon die Nummer Zwei, nachdem wir dort sehr aktive Vertriebsmitarbeiter haben, die durch den Zukauf von SOS electronic vor wenigen Monaten nochmals massive Verstärkung vor Ort bekommen haben.

Noch eine Verständnisfrage: Mit welchen Wettbewerbern genau genommen messen Sie sich denn international?

Ruban: Vor allen Dingen mit den arrivierten Katalogdistributoren; und zwar unabhängig davon, ob diese nun ihren Sitz in Deutschland, in europäischen Nachbarländern oder in Nordamerika haben.

Kurz nochmal zurück zu meiner Ausgangsfrage! Wo mussten Sie als erste Maßnahmen den Hebel ansetzen, um sich im B-to-B-Bereich international wettbewerbsfähig zu werden?

Ruban: Die Firma Conrad Electronic ist auch vor der Gründung des Geschäftsbereichs „Business Supplies“ bereits ein großer, bestens strukturierter Distributor gewesen. Was wir beispielsweise noch verbessern mussten, waren die vorhandenen Logistikstrukturen. Dies war notwendig geworden, weil wir innerhalb der letzten Monate mehr als 130.000 neue Produkte in unser Vertriebsprogramm aufgenommen haben. Vor allem im elektromechanischen Bereich konnten wir dabei unser Angebot deutlich erweitern – beispielsweise durch eine Komplettlistung von Wago, Weidmüller, Knipex und Rigol. Momentan arbeiten wir mit Hochdruck am Ausbau des IC-Portfolios und der Embedded & Analog Design Development Tools. Außerdem werden wir unseren Kunden in Kürze eine Auswahl bewährter Analog-ICs und Mikrocontroller anbieten können. In Erweiterung befindet sich zudem unser Microchip- und Bourns-Angebot. Und nicht zu vergessen sind die neu aufgenommenen Produkte von Würth Elektronik.