Distributions-Dienstleistungen ARM-zertifizierte Entwicklungsunterstützung

Ralf Bühler, Europa-Chef bei Future Electronics, betonte, wie ausschlaggebend kompetente technische Beratung im Distributionsgeschäft sei
Ralf Bühler, Europa-Chef bei Future Electronics, betonte, wie ausschlaggebend kompetente technische Beratung im Distributionsgeschäft sei

Future Electronics investiert in die Ausbildung seiner 300 Ingenieure. Durch die Teilnahme am AAME-Zertifizierungsprogramm von ARM will sich das Unternehmen mit technischer Beratung in der frühen Entwicklungsphase neuer Designprojekte beim Kunden ins Spiel zu bringen.

Herr Bühler, was war ausschlaggebend für die Entscheidung des Unternehmens, zertifizierter ARM-Partner zu werden?

Ralf Bühler: Die Mikrocontroller-Landschaft hat sich in den letzten vier bis fünf Jahren durch ARM deutlich verändert. In Bereichen, die bis dato von proprietären Cores dominiert wurden, ist durch ARM-basierte Kerne eine große Vielzahl an Auswahlmöglichkeiten für Projekte entstanden. Viele Hersteller verwenden den gleichen Core für ihre Mikrocontroller, so dass eine Differenzierung auf den ersten Blick nicht mehr augenscheinlich ist. Da wir festgestellt haben, dass häufig Aufklärungsbedarf rund um die Wahl des richtigen Core besteht, wollen wir unseren Kunden fundierte Hilfestellung beim Auswahlprozess bieten. Eine einheitliche Schulung und darauf aufbauende Zertifizierung unserer Application-Ingenieure weltweit im Rahmen des ARM-AAME-Programms schafft dazu die nötige Vertrauensbasis für unsere Kunden.

Was genau kann der Kunde durch diese Zertifizierung von Future Elec­tronics erwarten?

Bühler: In einem ersten Schritt durchlaufen unsere Ingenieure die Zertifizierung zum ARM Accredited MCU Engineer (AAME). Dieses Programm ist für Embedded-MCU-Software-Ingenieure ins Leben gerufen worden, die ein umfangreiches Wissen in der ARM-Technologie mit Fokus auf Mikrocontroller und Cortex-M-Prozessoren vorweisen können. In diesem Bereich haben unsere Kunden den größten Informationsbedarf, wie wir im Rahmen einer Umfrage feststellen konnten. Durch das Training zum ARM-Experten sind unsere Mitarbeiter noch besser in der Lage, zu Beginn eines Entwicklungsprojekts Design-Teams bei der richtigen Entscheidung der Architektur zu unterstützen. Dabei gilt es heute oftmals, die Wahl eines über- oder unterdimensionierten Core zu vermeiden. Wir legen großen Wert darauf, den Kunden herstellerunabhängig zum optimalen Core für eine Anwendung hinzuführen. Das heißt also nicht, dass eine Entscheidung automatisch zu einem ARM-basierten Core führt.

Also eine wirklich unabhängige Kundenberatung im Sinne Ihrer Kunden?

Bühler: Ja, genau! Durch unser breites Portfolio an Herstellern in unserer Linecard sind wir, aufbauend auf fundiertem Wissen, in der Lage, die Entscheidung an den tatsächlichen Anforderungen aufzuhängen und dabei die Vorteile von Architekturen miteinander zu vergleichen. Dazu ist der tiefgreifende Einblick in die ARM-Architektur ebenso Voraussetzung wie Detailkenntnis im Umfeld von MIPS- oder AVR-Plattformen. Nur durch diesen Einblick können wir helfen, mit den Mythen und Fragen rund um die Fragestellung „warum welcher Core“ aufräumen.

An welchen Kriterien macht Future Electronics denn die Auswahl des richtigen Core fest?

Bühler: Mit der Entscheidung für einen Core werden auch die Weichen für vielfältige andere Einflussfaktoren festgelegt, wie etwa die Stromaufnahme, geforderte Geschwindigkeit, zur Verfügung stehender Speicher, aber auch der Kostenstruktur. Wir fragen zuerst nach den Umgebungsparametern, um die geforderten Peripherieanforderungen zu begreifen. Für einen überdimensionierten Core zahlt letztlich der Anwender seinen Preis. Deshalb machen wir es uns zur Aufgabe, den optimalen Core mit der passenden Peripherie für jedes Anwendungsszenario zu ermitteln. Dazu analysieren wir in einem frühen Design-Stadium gemeinsam mit den Kunden das Anforderungsprofil. Unser Ansatz ist es, durch einen umfangreichen Fragenkatalog die bestmögliche Auswahl des Mikrocontrollers zu treffen – unabhängig vom Core, von der Taktrate oder einem Herstellernamen. Da wir in der Linecard mit Microchip MIPS-basierte Cores ebenso repräsentieren wie Atmels 8-bit-AVR oder die ARM-basierten 32-bit-Angebote von STM, Atmel, NXP oder Cypress, fragen wir zuerst den Funktionsumfang ab. Darauf aufbauend machen wir Vorschläge, welcher Mikrocontroller die geforderten Aufgaben am besten erfüllt. Damit jeder unserer FAEs für diesen Beratungsprozess gleichwertig ausgebildet ist, wollen wir auch sicherstellen, dass alle unsere Ingenieure bis zum Ende des Jahres die Zertifizierung durchlaufen haben und somit eine vergleichbare Wissensdichte vorweisen können.