Interview mit Erich Brockard und Dr. Eckart Voskamp, EBV Elektronik: Alle warten auf den großen Hack

Halbleiter-Distributoren können möglicherweise ganz besonders vom wachsenden Markt des Internet der Dinge und der Industrie 4.0 profitieren. Im Interview erklärten Erich Brockard und Dr. Eckart Voskamp von EBV Elektronik aus ihrer Sicht die Herausforderungen für Kunden, Hersteller und Distributor.

Beim Thema EBVchips erlebe ich immer noch, dass nicht allen Menschen transparent ist, wie genau der Prozess von der Idee bis zum fertig verpackten Chip aussieht, mit wem Sie wo zusammenarbeiten und wo der Mehrwert der Kunden liegt. Können Sie das noch mal im Detail darstellen?

Dr. Eckart Voskamp: Wichtig ist erstmal zu wissen, in dem Programm EBVchips sind nicht nur Chips, das kann auch z.B. ein programmierter Mikrocontroller oder ein Modul sein. Wir als EBV entwickeln zusammen mit Kunden oder auch Partnern gemeinsam das Pflichtenheft und dann gehen wir zum Hersteller, der das Produkt entwickelt.

Wie entsteht so eine konkrete Idee? Es ist ja nicht so, dass der Standard-Komponenten-Markt klein wäre…

Voskamp: Wir haben mehrere Kunden mit ähnlichen Anforderungen, die eben nicht durch käufliche Komponenten abgedeckt sind. Wir sammeln die Anforderungen ein und verdichten sie.

Wieso erkennt der Hersteller selbst nicht diese Kundenbedürfnisse?

Voskamp: Sehen Sie, viele Hersteller priorisieren bei der Definition der Roadmaps die 20 Prozent Kunden, mit denen er 80 Prozent seines Umsatzes generiert. Auf unsere 5000 kleinen und mittleren Kunden hat er ja gar keinen direkten Zugriff. Wir helfen ihm, den Business Case für ein Produkt unter diesen Rahmenbedingungen zu Ende zu rechnen. Des Weiteren kann EBV investieren und NREs mittragen, und dann kann sich das für einen Hersteller auf einmal rechnen.

Vermutlich ist für den Hersteller auch das Applikations-Know-how Ihrer Kunden nicht ganz unwichtig?

Voskamp: Richtig. Für den Hersteller ist der Wert des Kundenzugangs und das von Ihnen beschriebene Know-how extrem wichtig. Es läuft ja oft so, dass man sich am Anfang eines Projektes fünf, sechs Monate Zeit lässt und dann am Ende Woche für Woche wieder reinholen muss. Wenn man also am Anfang diese Zeit verkürzen kann, bringt man einen großen Mehrwert auch für die Partner.