Change Readiness Index Wandlungsfähigkeit braucht Mut

Mehr als 50 Unternehmen aus der Elektroindustrie wurden gefragt: „Inwieweit sehen Sie grundsätzlich eine Disruptionsgefahr für …“

Auf allen Unternehmen lastet der Druck, sich verändern zu müssen – auch auf den Unternehmen der Elektroindustrie. Erfolg durch Wandel wird zum neuen Leitmotiv. Der »Change Readiness Index 2017« der Unternehmensberatung Staufen zeigt auf, wo die Branche wirklich steht.

Vielleicht war es selten spannender, Unternehmer zu sein. Ganz sicher aber gab es gemütlichere Zeiten mit weniger Herausforderungen als heute. Die Technik: Wandelt sich schneller als je zuvor. Die Kunden: Wollen immer stärker individualisierte Produkte. Der Markt: Ist aufgerüttelt durch neue agile Wettbewerber. Die Welt: Unvorhersehbarer als in der Vergangenheit.

Eine umfangreiche qualitative und quantitative Untersuchung unter mehr als 650 deutschen Unternehmen – darunter mehr als 50 aus der Elektroindustrie – hat diese gefühlte Wahrnehmung jetzt mit Zahlen hinterlegt.Der von der Unternehmensberatung Staufen entwickelte »Change Readiness Index« zeigt erstmals auf, wo die Branche steht.

Die Untersuchung belegt, wie groß die Sorge vor einer Disruption ist: Zwei von drei Unternehmen sehen die eigenen Produkte oder Dienstleistungen in Gefahr (Bild 1); fast die Hälfte rechnet mit entscheidenden Veränderungen bereits in den kommenden zwei Jahren. Der Index zeigt: Die Elektroindustrie ist auf einem guten Weg, ihre Wandlungsfähigkeit zu erhöhen, doch es bleibt noch viel Arbeit und es ist noch jede Menge Mut zu weiteren Veränderungen erforderlich. 

Schlank zum Erfolg

Den Start in eine wandelbare Organisation bildet eine schlank aufgestellte Fertigung. Hier entsteht das Produkt, mit dem die produzierenden Unternehmen den Kundenwunsch hinsichtlich Qualität, Kosten und Liefertreue treffen müssen.

Doch an der Stelle darf die Arbeit nicht aufhören: Die volle Kraft entfaltet sich erst, wenn über alle Abteilungsgrenzen zusammengearbeitet wird. 

Während immerhin annähernd drei Viertel der befragten Unternehmen aus der Elektroindustrie überzeugt sind, dass viele Prozesse im Unternehmen schlank aufgestellt sind, geben nur 58 % an, dass sie dem Austausch an den Schnittstellen zu anderen Unternehmensbereichen eine besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen.

Führungskultur zählt

Wer will, dass die Mitarbeiter mehr Verantwortung übernehmen und zusätzlich innovativ sind, darf sie nicht mit dem Tagesgeschäft überlasten. Genau das passiert jedoch aktuell in vielen Firmen. Nur ein Drittel der Unternehmen räumt laut der Staufen-Studie den Menschen in ihrer Organisation zusätzliche Zeit für den offenen Austausch jenseits alltäglicher Aufgaben ein.

Umso zentraler ist die Position der Führungskräfte: Sie müssen zum Vorbild werden, was eine transparente und präzise Organisation angeht. Als natürlicher Multiplikator können sie so auch helfen, den Wandel in ein Unternehmen hineinzutragen. Ergebnis des »Change Readiness Index 2017« ist: Viele Unternehmensvertreter sind zwar überzeugt, bei dem Thema Führungskultur gut oder sehr gut aufgestellt zu sein.

Schaut man jedoch die Ergebnisse genauer an, zeigt sich ein anderes Bild.Führungskräfte werden überwiegend intern besetzt. Das verringert die Chance, bestehende Prozesse zu durchbrechen. Außerdem werden viele Teams noch immer über traditionelle Kennzahlen gesteuert, die in der Regel darauf bedacht sind, die eigene Abteilung gut dastehen zu lassen, aber das Unternehmen insgesamt ausbremsen.