Kurse und Richtlinien fehlen Social Media: Unternehmen schulen ihre Mitarbeiter kaum

Beruflich spielen die Sozialen Medien eine immer größere Rolle. Trotzdem halten die meisten Unternehmen es bisher nicht für nötig, ihre Mitarbeiter zu schulen. Der Bitkom hält das für problematisch.

So bildet nur jedes vierte Unternehmen (25 %) seine Mitarbeiter extern weiter, weitere 15 % der Unternehmen bieten interne Fortbildungen an. Aber fast zwei Drittel der Unternehmen (62 %) haben im Bereich Social Media keinerlei Weiterbildungsangebote für ihre Mitarbeiter.

Dabei sei es wichtig, den Mitarbeitern zunächst zu erklären, warum und wie das Unternehmen Soziale Medien nutzt, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Auch die Ziele und Möglichkeiten, wie jeder einzelne Mitarbeiter zum Erfolg beitragen kann, müssten deutlich werden. Denn so Rohleder weiter: »Social Media ist Teil des Unternehmensleitbildes und muss deshalb von der Geschäftsführung voll und ganz unterstützt, gelebt und strategisch vorangetrieben werden.«

Richtlinien oft nicht vorhanden

Auch Richtlinien für Social Media sucht man in mehr als der Hälfte der Unternehmen vergeblich: 37 % haben Regeln für die berufliche Nutzung aufgestellt, in weitere 18 % der Unternehmen gibt es Richtlinien für die private Nutzung, 53 % der Unternehmen lassen ihren Mitarbeitern dagegen völlig freie Hand.

»Klare Regeln für die Sozialen Netzwerke sind wichtig, denn Facebook, Twitter und Co. sind Bestandteil unseres Alltags – beruflich wie privat. Mit Richtlinien für die Nutzung gibt man Mitarbeitern Hilfestellung und Sicherheit«, meint Rohleder. Richtlinien enthalten zum Beispiel Hinweise für Mitarbeiter, die arbeitsrechtliche Pflichten konkretisieren. »An diesen Richtlinien können sich die Mitarbeiter orientieren, wenn sie Soziale Medien nutzen. Das beugt Missverständnissen vor und schützt sowohl die Angestellten als auch das Unternehmen.«

Die angegebenen Zahlen basieren auf einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Dazu wurden 639 Geschäftsführer und Vorstände von Unternehmen ab 20 Mitarbeitern befragt. Die Umfrage ist nach Angaben des Bitkom repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.