Mehr Frauen in der Technik MINT-Studiengänge müssen attraktiver werden

Wie lässt sich der Frauenanteil in MINT-Studiengängens steigern, zum Beipiel in der IT?
Wie lässt sich der Frauenanteil in MINT-Studiengängens steigern, zum Beipiel in der IT?

Immer noch sind Frauen in MINT-Studiengängen unterrepräsentiert. Ein neues Projekt widmet sich nun speziell der Aufgabe, die Attraktivität von IT-Studiengänge für Frauen zu verbessern. Doch bestimmt lassen sich die Projektergebnisse auch auf die übrigen MINT-Fächer übertragen.

In dieser Woche kann man sich kaum noch retten vor Themen wie Gleichberechtigung und Gender Gap. Fast kein Medium kommt am Weltfrauentag vorbei – auch wir nicht. Aber warum auch nicht? Schließlich ist es besser, einen solchen Tag als Anlass für die Berichterstattung über die immer noch bestehende Ungleichheit zwischen Männern und Frauen in der Arbeitswelt zu nehmen, als gar nie darüber zu berichten.

Pünktlich zum Weltfrauentag am 8. März wurde auch am CHE Centrum für Hochschulentwicklung ein neues Projekt zur Förderung von Frauen gestartet. Dabei handelt es sich um ein Forschungsprojekt zur Situation von Studentinnen in IT-Studiengängen. Im Vordergrund steht die Frage, wie der Frauenanteil in Fächern aus dem Informatikbereich gesteigert werden kann.

Das Projekt »FRUIT«

Das auf zwei Jahre ausgelegte Forschungsprojekt richtet sich insbesondere an die Entwickler von Studiengängen, denn. Projektziel ist die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen, mit denen sich die Attraktivität der Studiengänge für Studienanfängerinnen erhöhen lässt.

Dabei stehen drei Aspekte im Fokus der Untersuchung:
• der anwendungs- und praxisorientierte Zuschnitt von Studienprogrammen,
• die Möglichkeiten einer Flexibilisierung von Studienprogrammen
• der inhaltliche Zuschnitt der Programme.

Unter anderem werden die Auswirkungen dualer Studienprogramme, die Nutzung teildigitalisierter Formate oder auch die interdisziplinäre Gestaltung von Studieninhalten auf die Frauenquote untersucht.

Von Anfang an werden Experten aus dem Bereich der Informatik sowie der Genderforschung in das Projekt eingebunden. Eine umfangreiche Studentenbefragung soll zusätzlich relevante Informationen liefern, um praxistaugliche Empfehlungen zur Gestaltung von Studiengängen erarbeiten zu können.

CHE-Projektleiterin Isabel Roessler erläutert die Relevanz einer solchen Untersuchung: »Der Bedarf an Fachkräften in der Informatik ist immens. Darum muss das Studium auch so gestaltet werden, dass es für Abiturientinnen attraktiv ist. Nur wenn das Studium adäquat aufgebaut ist, wird es auch für Frauen attraktiver und eröffnet ihnen den Zugang zu den wachsenden Berufsmöglichkeiten im Bereich der IT.«

Das Vorhaben »Erhöhung des Frauenanteils im Studienbereich Informationstechnologie durch flexible, praxisorientierte und interdisziplinäre Studienganggestaltung« (FRUIT) wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.