Digitales Lernen Intelligentes Schulbuch erkennt Verständnisprobleme

Gehört digitalen Lernmedien die Zukunft?
Gehört digitalen Lernmedien die Zukunft?

Wenn digitale Medien vermehrt in die Lehre – sowohl an Schulen als auch an Hochschulen – einziehen, sollte das dadurch entstehende Potenzial bestmöglich ausgenutzt werden. Denkbar wäre zum Beispiel ein interaktives Lehrbuch, das individuelle Förderung bietet.

Wissenschaftler der TU Kaiserslautern und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz arbeiten im Projekt „HyperMind“ an der Entwicklung eines intelligenten Schulbuchs für Tablet und PC.

Bei bisherigen digitale Lernhilfen kann zwar den Wissensstand der Schüler abgefragt werden. Jedoch spielt bei solchen Medien nur der Lernerfolg eine Rolle. Es kann hingegen nicht getestet werden, ob jemand aus Verständnis-Gründen überdurchschnittlich lang braucht, um eine Rechenaufgabe zu lösen.

Das soll nun mit dem neuen Schulbuch möglich sein. Die Technik die dahinter steckt, ist eigentlich relativ einfach: Auf einem Bildschirm wird der Inhalt des Buchs angezeigt. Ein unter dem Display angebrachter Eye-Tracker erfasst die Blickbewegungen des Lesers und stellt dadurch fest, an welcher Stelle er Leser länger verweilt oder was er wiederholt liest.

Die erfassten Daten wollen die Forscher nun genauer analysieren, um daraus Rückschlüsse auf das Lernverhalten und den Lernfortschritt ziehen zu können. Dann ließe sich zum Beispiel feststellen, ob ein Schüler bei einem bestimmten Thema weitere Unterstützung braucht. Auch die besonderen Interessen der Lernenden könnten identifiziert werden: Blickt ein Schüler beispielsweise mehrmals in Folge auf ein bestimmtes Wort, könnte das System weiterführende Informationen dazu liefern – etwa über einen Internetbrowser. Eine gezielte Förderung wäre also möglich.

Die Forscher werden ihr Projekt auf der diesjährigen Cebit vorstellen.