Studie »Interim Management 2017« Fachkräftemangel führt zu Arbeit auf Zeit

Viele Unternehmen überbrücken personelle Engpässe mit Zeitarbeit, internen Weiterbildungen und befristeten Arbeitsverträgen.
Viele Unternehmen überbrücken personelle Engpässe mit Zeitarbeit, internen Weiterbildungen und befristeten Arbeitsverträgen.

Der Fach- und Führungskräfte-Mangel ist für das Wirtschaftswachstum nach wie vor ein großes Problem: Bisher überbrücken Firmen personelle Engpässe häufig mit Zeitarbeit oder interner Weiterbildung. Laut der Studie »Interim Management 2017« setzt fast jedes vierte Unternehmen auf Management-auf-Zeit.

Der Fach- und Führungskräftemangel hat für viele Betriebe schwerwiegende Folgen: Laut der Aurum Studie kann mindestens jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) aus seine Liefertermine an Kunden nicht immer einhalten. In der Industrie und im Verarbeitenden Gewerbe liegt dieser Anteil sogar bei 35 Prozent.

Außerdem wachsen 55 Prozent der Unternehmen weniger stark als sie könnten. Und bei 49 Prozent kommt die Entwicklung neuer Produkte oder Geschäftsmodelle zu kurz.

»Wie unsere Studienergebnisse zeigen, hat der Mangel an Fach- und Führungskräften einen gravierenden wirtschaftlichen Einfluss auf die Unternehmen, der langfristig sogar ihre Existenz bedrohen kann«, sagt Axel Oesterling, Geschäftsführer von Aurum Interim Management. Es entstehe ein Teufelskreis. »Wer Wachstumspotentiale und Entwicklungschancen ungenutzt lässt, der wird auf die Dauer auch immer unattraktiver für neue Mitarbeiter. Wer will denn schon in einem Betrieb arbeiten, von dem es heißt, er liefere unpünktlich?«

Arbeit auf Zeit als Notlösung

Bislang überbrücken 60 Prozent aller Unternehmen qualitative und quantitative personelle Engpässe mit Zeitarbeit. 54 Prozent setzen auf interne Weiterbildung und 51 Prozent auf befristete Arbeitsverträge. 25 Prozent der Betriebe setzten dagegen auch schon auf Interim Management – Management auf Zeit. In der Industrie und dem Verarbeitenden Gewerbe ist der Anteil mit 22 Prozent dabei etwas geringer, wie die Aurum Studie zeigt.

»Unsere Studie bestätigt, dass immer mehr Unternehmen auf die Herausforderungen des sich verschärfenden Fach- und Führungskräftemangels, der Digitalisierung sowie der grundsätzlich steigenden Anforderung an flexible, schnelle Personalarbeit mit dem Einsatz von Interim Managern reagieren«, fasst Aurum Geschäftsführer Oesterling die Ergebnisse der Studie zusammen. Entscheidend sei dabei, de Option nicht auf einen bestimmten Einsatzbereich zu reduzieren, sondern als strategisches Personalinstrument fest in die HR-Prozesse zu integrieren. Sein Rat: »Wer sich darüber hinaus – wie in anderen Unternehmensbereichen auch üblich – einen strategischen Partner aufbaut, der praktisch auf Zuruf einen zur Aufgabe wie auch zur Unternehmenskultur passenden Interim Manager vermitteln kann, erweitert seinen Handlungsspielraum noch einmal beträchtlich.«

Zur Studie »Interim Management 2017«

Die Beratung Aurum Interim Management ist auf zeitlich befristete Vermittlung von Führungskräften und Experten spezialisiert. Zur Jahreswende befragte die Beratung insgesamt 384 Führungskräfte deutscher Unternehmen zum Thema Interim Management. Drei Viertel der Befragten sind in der Industrie und im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Handel und in der Logistikbranche tätig. Fast 80 Prozent der Studienteilnehmer gehören dem Vorstand, der Geschäftsführung oder der 2. Führungsebene ihres Unternehmens an.