Bildungs- und Talentmanagement Auf was Unternehmen bei der Weiterbildung achten sollten

Wie weit sind die Unternehmen in Bezug auf Weiterbildungsmaßnahmen?
Wie weit sind die Unternehmen in Bezug auf Weiterbildungsmaßnahmen?

Weiterbildung kann man systematisch planen und steuern. Dies zeigt die TÜV SÜD Akademie in ihrem „Jahrbuch Bildungs- und Talentmanagement“. Das Buch soll als Motivation und Denkanstoß für Firmen dienen, die ihr Bildungsmanagement verbessern wollen.

Im Rahmen des diesjährigen Bildungspreises hat die TÜV SÜD Akademie den aktuellen Stand des Bildungsmanagements in den teilnehmenden Unternehmen ausgewertet.

Die Unternehmen haben dabei durchaus überzeugende Ergebnisse und hohe Umsetzungswerte erreicht, die deutlich über den im Vorjahr ermittelten Werten liegen. Vor allem die Bedarfsermittlung und die Planung der Bildungsmaßnahmen laufen in vielen Unternehmen professionell ab. Auch beim Handlungsfeld Mitarbeitergespräche wurden sehr gute Werte erzielt. So sind in den meisten Unternehmen regelmäßige Gespräche fest etabliert.

Führungskräfte werden inzwischen häufig als „erste Personalentwickler“ wahrgenommen. Allerdings werden die Führungskräfte bei dieser wichtigen Aufgabe noch nicht konsequent genug unterstützt, zum Beispiel durch feste Schulungsprogramme mit Bildungsmanagementfokus. Immerhin bestehen in gut der Hälfte der untersuchten Unternehmen Entwicklungsangebote für die Mitarbeiter. Oft stehen den Mitarbeitern vielfältige Lernformate zur Wahl. Insbesondere Präsenzformen wie Seminare und Kongresse, aber auch Programme für Berufseinsteiger wie Praktika, Trainee-Programme oder Abschlussarbeiten werden von vielen Unternehmen genutzt bzw. angeboten. Auch erhalten die Mitarbeiter immer öfter gezielte Beratung bezüglich ihrer Weiterbildung.

Hier besteht noch Handlungsbedarf

Vor allem in den Feldern Praxistransfersicherung und Bildungscontrolling bestehen noch große Verbesserungsmöglichkeiten. In beiden Bereichen könnte man beispielsweise durch folgende Maßnahmen bessere Ergebnisse erzielen:

  • Verbindliche, unterstützende Transferbegleitung durch Führungskräfte
  •  Konsequente Nutzung konkreter Tools und Methoden nach systematischen Vorgaben
  • Klare Nachverfolgung von Zielen und Strategien

Denn die derzeitige Problematik ergibt sich dadurch, dass Bildungsmanagement und Personalentwicklung häufig unter mangelhaften organisatorischen Rahmenbedingungen arbeiten. Es fehlen oft klare Stellenprofile, eine sichtbare Position im Organigramm und sauberes Qualitätsmanagement.

Auch die Auswahl von Trainernerfolgt nur selten nach objektiven, festgelegten Kriterien. Vor allem die didaktischen und pädagogischen Fähigkeiten der Dozenten werden vernachlässigt und die Passung zum Unternehmen auf ein diffuses Bauchgefühl reduziert. Hier könnten klare Entscheidungsprozesse helfen.

Das Thema IT-Infrastruktur stellt bei den teilnehmenden Unternehmen eine besonders große Hürde dar. Denn die Nutzung von IT im Bildungs- und Talentmanagement hinkt weit hinter den technischen Möglichkeiten hinterher.
Im „Jahrbuch Bildungs- und Talentmanagement“ wird anschließend an die Auswertung der Unternehmen anhand von Praxisbeispielen aufgezeigt, wie in verschiedenen Unternehmen das Thema Weiterbildung systematisch angegangen wird.