VDE-Papier zur Digitalisierung Arbeitswelt von Elektroingenieuren wandelt sich erheblich

Das Qualifikationsniveau vieler Berufsgruppen wird in Zukunft deutlich höher sein als heute.
Das Qualifikationsniveau vieler Berufsgruppen wird in Zukunft deutlich höher sein als heute.

Durch Industrie 4.0 erleben Ingenieure in kurzer Zeit erhebliche Veränderungen ihrer Arbeitswelt und ihres Job-Profils. Dass der Wandel auch Chancen für Aus- und Weiterbildung birgt, zeigt ein aktuelles VDE-Papier.

Bis 2025 wird Deutschland digital, das glauben immerhin 64 Prozent der VDE-Mitgliedsunternehmen. Damit ändert sich auch die Arbeitswelt von Elektro- und IT-Ingenieuren radikal. Vor allem mit Industrie 4.0 wandeln sich die Aufgabenbereiche und Kompetenzfelder der Ingenieure erheblich.

Zwar ersetzt einerseits Software standardisierte Aufgaben, doch andererseits entstehen neue Aufgaben, die ein hohes Maß an Systemverständnis, sozialer Kompetenz und Kreativität verlangen. Deshalb geht der VDE davon aus, dass es künftig neue Berufsgruppen mit qualifizierten Experten und technischen Spezialisten geben wird, die ein deutlich höheres Qualifikationsniveau als heute haben.

Da sich die Innovationsdynamik und Entwicklungsprozesse immer mehr beschleunigen, müssen die Ingenieure ihre Kompetenzen bezüglich Problemerkennung und Problemlösungsvermögen kontinuierlich weiter ausbauen. Die Weiterbildung wird immer individueller stattfinden und »Learning on the job« wird die Regel sein.

Hochschulen sind gefordert

Auch das Studium und die wissenschaftliche Weiterbildung in der Elektro- und Informationstechnik an Hochschulen müssen sich in den nächsten Jahren stark verändern.

So sollte das Bachelor-Studium aus Sicht des VDE-Ausschusses Studium, Beruf und Gesellschaft ein fundiertes Basiswissen vermitteln. Dabei sollten die Studierenden ein fächer- und prozessübergreifendes Systemverständnis entwickeln.

Erst im Rahmen von Masterangeboten oder Promotion sollte die Spezialisierung erfolgen oder im Rahmen der betrieblichen und wissenschaftlichen Weiterbildung vertieft werden. So müssten sich nach Ansicht des VDE nicht nur die Studenten und Ingenieure verändern, sondern auch die Hochschulen. Diese sollten die wissenschaftliche Weiterbildung als ihre Aufgabe ansehen.

Das Verzahnen von Industrie und Hochschulen auf allen Ebenen der Arbeitswelt könnte dabei helfen, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse weiterzugeben.

Die VDE-Information »Bedeutung und Chancen für die wissenschaftliche Aus- und Weiterbildung in der Digitalisierung am Beispiel Industrie 4.0« steht kostenlos im VDE-Shop zum Download bereit.