Chef in Zeiten der Digitalisierung Alte und neue Management-Tugenden sind gefordert

Können Chefs einfach so weitermachen wie bisher oder müssen sie auf die Digitalisierung reagieren?
Können Chefs einfach so weitermachen wie bisher oder müssen sie auf die Digitalisierung reagieren?

Was müssen die Chefs heutzutage können? Die Digitalisierung stellt die unterschiedlichsten Herausforderungen an die Führungskräfte, doch leider gibt es kein Schema F, nach dem sich die Chefs richten könnten.

Werteorientierte Führung und Mitarbeiterentwicklung sind auch in Zeiten der Digitalisierung die wichtigsten Fähigkeiten von Führungskräften. Allerdings gibt es kein schablonenartiges »Digital-Profil«, das auf alle Chefs anwendbar ist.

Denn die Digitalisierung in den Unternehmen kann – nach aktuellen Erkenntnissen der Rochus-Mummert-Studie »Digital Leadership 2017« Manager mit unterschiedlichen Stärken erfordern. So sind nicht dieselben Kompetenzen erforderlich, um die Transformation strategisch und technologisch voranzudenken oder um sie im Unternehmensalltag reibungslos umzusetzen.

Im Rahmen der Studie wurde untersucht, wie sich die wichtigsten Fähigkeiten von Führungskräften der 1. Ebene (CEO, Geschäftsleitung, etc.) Führungskräften der 2. und 3. Ebene sowie sogenannten Digital Leadern (beispielsweise Chief Digital Officer) voneinander unterscheiden.

Unterscheidung zwischen den Führungsebenen

Während auf Ebene der Geschäftsleitung die Kompetenzen »Werteorientierte Führung« und »Mitarbeiterentwicklung« für am wichtigsten gehalten werden, sind es bei den Digital Leadern die Stärken »Entwicklung digitaler Szenarien«, die »Entwicklung digital gestützter Geschäftsmodelle« sowie eine »hohe Affinität zu High-Tech- und digitalen Themen«.

Ein ausgeprägtes technologisches Interesse wird zwar auch von den Managern der 2. und 3. Ebene erwartet, ihre wichtigsten Fähigkeiten sind jedoch der Studie zufolge »Initiative und Verantwortung«, »Umsetzungsstärke« und »Mitarbeiterentwicklung«.
Doch sogar die Digital Leader müssen neben technischen und visionären Stärken klassische Management-Tugenden mitbringen.

Für die Studie »Digital Leadership 2017« wurden im Auftrag der Personalberatung Rochus Mummert insgesamt 114 Eigentümer und Topp-Manager deutscher Unternehmen befragt. 48 Prozent der Teilnehmer sind Vorstände oder Geschäftsführer, 20 Prozent arbeiten als Geschäftsbereichsleiter. Die meisten Befragten sind in den Branchen Apparate-, Maschinen- und Anlagenbau, dem Sektor Chemie/Pharma, in der Automobilindustrie sowie in der ITK-Branche tätig.