Hannover Messe 2017: ZVEI prognostiziert 1,5 Prozent Produktions-Wachstum

ZVEI-Präsident Michael Ziesemer: „Trumponomics und Brexit zum Trotz: Der ZVEI tritt weiter für Freihandel ein, stelltsich gegen Protektionismus und den damit oftmals einhergehenden Populismus.“
ZVEI-Präsident Michael Ziesemer: „Trumponomics und Brexit zum Trotz: Der ZVEI tritt weiter für Freihandel ein, stelltsich gegen Protektionismus und den damit oftmals einhergehenden Populismus.“

Die deutsche Elektroindustrie ist aus Sicht des Branchenverbands ZVEI gut ins Jahr gestartet. Allerdings trüben auch unwägbare Risiken das ansonsten erfreuliche Bild.

Auf der Hannover Messe gewährte der Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI) einen erfreulichen Ausblick auf das Kalenderjahr 2017. Die preisbereinigte Produktion ist in den ersten beiden Monaten um 4,4 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum gestiegen. „Die gegenwärtige Stimmung ist zuversichtlich“, erklärte ZVEI-Präsident Michael Ziesemer in Hannover. „Für 2017 rechnen wir insgesamt mit einem Zuwachs von 1,5 Prozent bei der realen Produktion und einem Umsatzanstieg auf 182 Milliarden Euro.“

 

Damit bestätigt der ZVEI seine Prognose vom Jahresanfang. „Obwohl die allgemeinen Geschäftserwartungen der Unternehmen aktuell hoch sind, bleiben wir für das Gesamtjahr zurückhaltend“, mahnt Ziesemer. „Grund hierfür sind politische Risiken. Der wirtschaftspolitische Kurs der USA ist weiterhin unklar, die Folgen des Brexit sind noch nicht abzuschätzen. Hinzu kommen die Spannungen mit der Türkei und die wirtschaftliche und politische Unsicherheit in Italien.“ Diese vier Länder sind hinsichtlich Export und Direktinvestitionen für die deutsche Elektroindustrie von großer Bedeutung. Im vergangenen Jahr nahmen sie ein Fünftel der gesamten Branchenausfuhren auf. Zudem machen sie ein Viertel des Bestands an Direktinvestitionen der Branche im Ausland aus.

2016 hatte die deutsche Elektroindustrie mit einem preisbereinigten Produktionsplus von 1,2 Prozent erzielt. Die Branchenerlöse erhöhten sich allerdings lediglich um 0,2 Prozent auf 178,5 Milliarden Euro. Aktuell sind 847.000 Inlandsbeschäftigte in der Branche tätig, im Ausland mit 704.000 (2014) nicht viel weniger. Dieses hohe Niveau sollte nach Ansicht Ziesemers auch 2017 gehalten werden können. Die Wertschöpfung der deutschen Elektroindustrie beläuft sich auf 78,7 Mrd. Euro, wobei das mit 44 Prozent die höchste Wertschöpfungsquote aller großen Industriebranchen in Deutschland darstellt und 38 Prozent der Elektro-Wertschöpfung in der EU ausmacht.