VDE-Kongress 2014: Viele Baustellen auf dem Weg zu Smart Cities

Die weltweit zunehmende Urbanisierung stellt die Menschheit vor eine riesige Herausforderung. Wenn im Jahr 2050 laut einer UN-Prognose rund zwei Drittel aller Menschen in Ballungsräumen leben, dann müssen diese auch effizient mit Energie, Mobilität, Wohnraum und Nahrung versorgt werden. Smart Cities sollen diese Probleme lösen.

„Die Bundesbürger wünschen sich Smart Cities. Über 70 % finden intelligente Städte gut oder sogar sehr gut. Das ist ein erstes Ergebnis einer bundesweiten Repräsentativ-Studie unseres Verbandes“, freute sich VDE-Präsident Dr. Joachim Schneider anlässlich der Eröffnung des VDE-Kongresses 2014. Jedes Jahr veranstaltet der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. seinen Kongress als Highlight des Jahres. In diesem Jahr stand im Congress Center der Messe Frankfurt das Thema „Smart Cities“ im Mittelpunkt.

In den kommenden zehn Jahren werden Schneider zufolge weltweit rund 700 Millionen Menschen zusätzlich in die Städte ziehen. Er geht davon aus, dass im Jahr 2030 rund 60 % der Weltbevölkerung in Städten lebt. Die erforderlichen Investitionen der Städte in die Infrastruktur für Energie, Information, Wasser und Verkehr sollen sich laut Angaben von McKinsey von jährlich 10 Bio. Dollar im Jahr 2013 bis zum Jahr 2025 verdoppeln. Städte stoßen laut Berechnungen der EU 80 % der Treib­hausgase aus und „verbrauchen“ 75 % der weltweit eingesetzten Energie. „Diese Herausforderungen sind ohne die Elektro- und Informationstechnik nicht zu lösen“, stellte Schneider fest. Insbesondere die Verbindung von Smart Grids, Smart Traffic und Smart Home eröffne vielversprechende Zukunftsperspektiven. Entwicklungstrends wie die 5. Mobilfunkgeneration werde mobile Echtzeitkommunikation ermöglichen. Sensoren und „Big Data“ schaffen über Echtzeit-Internet eine zentrale Basis für smarte Anwendungen. Technologien wie die Supraleitung erlauben es, städtische Stromnetze flächeneffizienter zu gestalten.

Smart Cities böten Schneider zufolge nicht nur große Vorteile für ihre Einwohner, sondern besäßen auch eine wirtschaftliche Dimension. Allein für Deutschland wird das Marktvolumen auf einen dreistelligen Milliardenbetrag geschätzt. Schneider sieht gute Voraussetzungen für Deutschland, dass es zu einem Leitanbieter in diesem Markt werden könne, vom exzellenten Systemwissen über die Vorreiterrolle in der Normung bis hin zur Expertise unserer Infrastruktur-Ausrüster, das weltweit gefragt sei.