Turck Über 30 Prozent mehr Umsatz in 2010

Turck-Geschäftsführer Christian Wolf schloss seinen Ausblick auf das Jahr 2011 mit einem Zitat von Henry Ford: »Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.«
Turck-Geschäftsführer Christian Wolf schloss seinen Ausblick auf das Jahr 2011 mit einem Zitat von Henry Ford: »Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.«

Für das Geschäftsjahr 2010 erwartet das Automatisierungsunternehmen Turck eine Umsatzsteigerung von 30 Prozent. Am Jahresende dürfte der konsolidierte Umsatz der Turck-Gruppe 350 Mio. Euro übersteigen.

Im Oktober 2009 erwartete Geschäftsführer Christian Wolf für das Jahr 2010 eine leichte Entspannung: Der Auftragseingang habe sich leicht stabilisiert und man rechne mit einem Wachstum bis zu 5 Prozent; für 2011 etwa 11 Prozent. In dieser Woche allerdings verkündete Christian Wolf ein Umsatzwachstum für 2010 von 30 Prozent auf über 350 Mio. Euro. Im Moment sei es ein Wachstum von 32,5 Prozent, jedoch könnte am Jahresende auch zu einem Plus von 35 Prozent kommen. In der Krise brach der Umsatz der Turck-Gruppe von 370 Mio. Euro in 2008 auf 270 Mio. Euro in 2009 ein.

Das Wachstum der Unternehmensgruppe ist global: Deutschland ist mit 27,03 Prozent gewachsen, Nordamerika inkl. Australien um 45,48 Prozent und China um 20,51 Prozent; West-Europa verzeichnet ein Plus von 27,69 Prozent, Ost-Europa legt um 25,88 Prozent zu. Das größte Wachstum verzeichnen die Regionen Mittlerer Osten, Indien und Afrika mit zusammen 110,16 Prozent, Südamerika mit 71,54 Prozent und Südostasien mit 115,68 Prozent. »Nach einem furiosen Jahr 2010 werden wir das Unternehmen nun nachhaltig für eine erfolgreiche Zukunft positionieren«, so Wolf. »Bereits für 2011 haben wir uns als ambitioniertes Ziel die Umsatzmarke von 400 Mio. Euro gesetzt.« Das entspräche einem Wachstum von 15 Prozent; als Bedingung nennt Wolf allerdings eine verbesserte Versorgungssicherheit.

Laut Wolf muss für das Ziel 400 Mio. Euro sind gewisse Vorraussetzungen zu schaffen. Dazu zähle die Definition regional-, branchen- und applikationsspezifischer Lösungsportfolios mit einem entsprechend aufgestellten Vertrieb, die Komplexitätsreduktion mittels Modularisierung und Plattformenentwicklungen sowie die Definition adäquater Preissysteme für Systemlösungen und Serviceleistungen. Außerdem setzt die Unternehmensgruppe weiter auf Internationalisierung: Im kommenden Jahr sollen zwei weitere Tochtergesellschaften in der Türkei und Brasilien gegründet werden; weiterhin sollen die Vertriebsaktivitäten der Töchter in Indien und Russland weiter forciert werden. Für Österreich, Polen und Tschechien steht der Umzug in neue Büroräumlichkeiten auf dem Programm.

Eine zentrale Rolle im Investitionsplan nimmt Deutschland ein: In der Vertriebszentrale in Mühlheim an der Ruhr sollen die Ressourcen im Bereich Service und Support ausgebaut und die gesamte Lagerlogistik modernisiert werden, in der Fertigungs- und Entwicklungszentrale in Halver soll die Entwicklung weiter vorangetrieben werden. Dort soll auch ein neues Produktionsgebäude für 15 Mio. Euro (inkl. Grundstück) entstehen. Die Kapazitäten werden so um etwa 11.000 m² Produktionsfläche und ca. 1.100 m² Bürofläche erweitert. Im Frühjahr 2012 soll der Neubau voraussichtlich fertig sein.

Außerdem wird die Turck-Gruppe ihre Bemühungen weg vom Komponentenlieferanten hin zum System-/Lösungslieferanten weiterhin vorantreiben. Die Krise in 2009 nutzte Turck auch für ein Umstrukturierung des Unternehmens. Lesen Sie dazu mehr im folgenden Auszug aus einem Interview in der Elektronik-Ausgabe 23/2009:

 

 Auszug aus dem Elektronik-Interview mit Christian Wolf
 

Turck nutzte die Krise für eine Umstrukturierung des Unternehmens: So wurde das Produktmanagement Sensortechnik, Feldbustechnik und Prozessautomation in den Geschäftsbereichen »Automation Products« und »Automation Systems« zusammengefasst.Was ist der Grund dafür?

Wolf: Das ist für uns ein weiterer konsequenter Schritt auf unserem Weg vom Komponentenlieferanten zum System-/Lösungsanbieter. Wir wollen damit den Pre- und Aftersales-Support ausbauen sowie Synergiepotentiale auf Basis der Zusammenführung von Anforderungen erzielen. Es gibt zunehmend identische Strukturen in den Kommunikationstechnologien – etwa Wireless oder in der Feldbustechnik –, in der Prozess- und der Fabrikautomation, die wir jetzt in einer Business Unit bearbeiten können. So können wir beispielsweise unsere Plattformstrategien bis zu einem gewissen Punkt gemeinsam entwickeln und erst auf der Zielgeraden spezifische PA- und FA-Anteile ergänzen und die Produkte für ihre jeweiligen Märkte optimal anpasssen.

 Was ändert sich dadurch für den Kunden?

Wolf: Der Kunde wird von den internen Veränderungen gar nichts merken; er hat weiterhin die gewohnten Ansprechpartner. Unsere Vertriebsstruktur orientiert sich auch künftig an Zielmärkten, so werden auch weiterhin beispielsweise PA-Vertriebsspezialisten für PA-Kunden zur Verfügung stehen. Durch die Umstrukturierung verkürzt sich jedoch die Vorlaufzeit eines Produkts, so dass Neuentwicklungen oder spezifische Änderungen schneller beim Kunden sind.

Auszug Interview Elektronik-Ausgabe 23/2009