Automatisierung Turck setzt Wachstumskurs fort – besonders international

Umsatzziel 2015 erreicht: Turck-Geschäftsführer Christian Wolf (links) und Ulrich Turck blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück.
Umsatzziel 2015 erreicht: Turck-Geschäftsführer Christian Wolf (links) und Ulrich Turck blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück.

Das deutsche Familienunternehmen Turck wächst kontinuierlich weiter. Für das Jahr 2015 erwarte man einen konsolidierten Gruppenumsatz von etwa 500 Mio. Euro, erklärte Turck-Geschäftsführer Christian Wolf auf der jährlichen Pressekonferenz – und gibt für 2016 das neue Umsatzziel bekannt.

Währungsbereinigt beträgt die Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr in etwa 6 Prozent und liegt damit einen Prozentpunkt über dem gesteckten Wachstumsziel. Dabei blieb der Standort Deutschland mit nur 2 Prozent allerdings hinter den Erwartungen zurück. Getrieben wurde der Umsatz vor allem durch hohe Wachstumsraten in Brasilien, Polen und Afrika.

Gleichzeitig wurde die Belegschaft mit ungefähr 500 Personen deutlich aufgestockt – ein Zuwachs von 14,3 Prozent auf aktuell circa 4000 Mitarbeiter. Ungesund sei die Differenz von Umsatzsteigerung und Belegschaftsvergrößerung aber nicht, sagte Christian Wolf, da es sich vor allem um Mitarbeiter aus der ehemaligen Offshore-Produktion in Saltillo handele, die man im laufenden Jahr für die neu eröffnete Produktionsstätte in Mexiko übernommen habe. In Deutschland beschäftigt Turck nach wie vor 1770 Personen.

Innerhalb der nächsten Jahre soll der Wachstumskurs durch weitere Internationalisierung fortgesetzt werden. Bis 2020 plant man eine Firmenerweiterung im ASEAN-Gebiet (Association of Southeast Asian Nations). Interessant sei die Region, bestehend aus zehn Ländern mit insgesamt 600 Mio. Einwohnern, da sich dort relevante Märkte befänden, bereits jetzt eine hohe Investitionsbereitschaft ausländischer Geldgeber bestehe und über die nächsten Jahre ein hohes Wirtschaftswachstum prognostiziert werde. Bis 2030 soll das ASEAN-Bruttoinlandsprodukt um 4,8 Prozent ansteigen (aktuell bei 2400 Mrd. Dollar).

Erschließen will man die Märkte im asiatischen Nationenverband in drei Schritten: 2016/17 soll die bestehende Landesgesellschaft in Singapur zum regionalen Hauptquartier ausgebaut werde. 2017/18 beginnt entweder der Ausbau der bestehenden Produktion im ASEAN-nahen China oder der Aufbau einer Fertigung in Malaysia und Thailand mit voller Wertschöpfungstiefe. 2019 sollen weitere Vertriebsstandorte in Vietnam und Indonesien folgen.

Für 2016 wurde als Umsatzziel 525 Mio. Euro ausgegeben. Man teile die im Vergleich zu 2015 etwas optimistischeren Wirtschaftsprognosen für das kommende Jahr, auch wenn die Folgen des VW-Skandals für die deutsche Wirtschaft nicht absehbar seien und auch "massive Kollateralschäden" denkbar seien, so Wolf zu den weiteren Unternehmenszielen. Ein Grund für diesen Optimismus liegt sicherlich auch im RFID-Geschäft, das sich mit 43 Prozent Umsatzwachstum ausgezeichnet entwickelt hat. Im Bereich der Serialisierung von Herstellungsprozessen der Pharmaindustrie, die bis Anfang 2019 nach EU-Verordnung von den Unternehmen umgesetzt sein muss, sieht man sich bei Turck, dank der eigenen RFID-Sparte, in einer klaren Vorreiterstellung.