Medizintechnik Sensor erkennt und überwacht Krebserkrankung

Mit Hilfe von Biomarkern Krebs erkennen.
Mit Hilfe von Biomarkern Krebs erkennen.

Die Universität Kassel hat einen Sensor entwickelt, der bösartige Tumore erkennt und überwacht. Dabei detektiert der Analysechip die sogenannten Biomarker, sprich: Biomoleküle, die, wenn sie in einer bestimmten Menge vorliegen, auf eine Krebserkrankung hinweisen.

Physiker und Biochemiker der Universität Kassel haben einen Sensor entwickelt, der Krebserkrankungen und auch andere Krankheiten schneller, einfacher und kostengünstiger erkennen und überwachen kann. Dabei ist er auch genauer als bisherige Verfahren. Mit der neuartigen Technikplattform untersuchen die Forscher mit Hilfe von »Fängermolekülen«, einem durch Magnetfelder und magnetisierte kleinste Partikel gesteuerten Reinigungs- und Transportsystem sowie einem Sensor Blut oder Gewebeschnitte auf Indikatoren für einen bösartigen Tumor.

In drei Jahren zum Prototyp

In der Onkologie spielen Biomarker eine große Rolle, vor allem beim Erkennen von Krebserkrankungen. Biomarker sind charakteristische biologische Merkmale, die gemessen werden können und z.B. Aufschluss über krankhafte Prozesse im Körper geben. Biomarker sind Zellen, Gene, Genprodukte oder bestimmte Moleküle wie Enzyme oder Hormone und können in gewissen Fällen Informationen darüber liefern, ob eine Erkrankung droht, ob sie bereits besteht und wie sie sich im Einzelfall wahrscheinlich entwickeln wird. Liegen diese Biomoleküle in einer bestimmten Menge vor, kann das auf einen bösartigen Tumor hindeuten. Zu den Biomolekülen zählen z.B. HER2, das bestimmte Brustkrebsarten indizieren kann, und das Oberflächenprotein EpCAM, das bei Epithelzellentumoren verstärkt auftritt. Erkannt werden die Moleküle mit Hilfe von Antikörpern. Im Moment werden die Proben in Laboren untersucht, was sehr zeit- und kostenaufwändig ist.

Das soll mit der Entwicklung aus Kassel einfacher werden: Die Bedienung der neuen Technikplattform erfolgt ambulant oder durch den Patienten selbst. Der Verlauf der Krebserkrankung kann so permanent überwacht werden - auch beim Patienten zu Hause. Auch könnte der Sensor während einer Krebsoperation verwendet werden: Hier könnte der Chirurg mit Hilfe des Chips untersuchen, ob er sämtliches Tumorgewebe entfernt hat. Innerhalb von drei Jahren möchten die Wissenschaftler einen ersten Prototyp des zwei Zentimeter großen batteriebetriebenen Diagnose-Chips realisiert haben.