Hannover Messe 2017 Mensch-Roboter-Kollaboration für die Industrie 4.0

In Hannover zeigen in diesem Jahr wieder namhafte Aussteller Konzepte, Komponenten und Komplettsysteme für die industrielle Fertigung. Einen Schwerpunkt bilden kollaborative Roboter, die mit dem Menschen zusammen arbeiten können und sich in kurzer Zeit für neue Aufgaben einlernen lassen.

Auf der Hannover Messe dreht sich auch in diesem Jahr alles um Industrie 4.0, also im Wesentlichen um die Frage, wie Fabrikbesitzer ihre Produktionsprozesse und ihre Logistik durch Einsatz von Technik und die Umsetzung von neuen Konzepten noch weiter steigern können. Schon auf der Automatica 2016 gaben viele Industriebetriebe zu verstehen, dass sie dafür u.a. in der Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) ein geeignetes Mittel sehen, auf das sie setzen wollen. Auch auf der Hannover Messe wird es zahlreiche MRK-Demonstrationen zu sehen geben. Omron Electronics (Halle 9, Stand F24), das bei der Leserwahl Produkte des Jahres 2017 mit seinem Gesichtserkennungsmodul HVC-P2 den ersten Platz in der Kategorie Sensorik gewann, wird einen Roboter (Forpheus) mit künstlicher Intelligenz präsentieren, der menschliches Verhalten interpretieren und teilweise vorausberechnen kann. Auf der Messe geschieht das noch spielerisch – Forpheus ist ein Tischtennis-Roboter –, in der Fertigung soll die künstliche Intelligenz eines MRK-Roboters dazu genutzt werden, um fehlerhaftes Verhalten des Facharbeiters zu antizipieren und durch diverse Hilfestellungen zu vermeiden. Damit ist eine Strategie aufgezeigt, um die Fehlerrate bei einzelnen Fertigungsschritten zu reduzieren.

Auf Prozessebene wird das Potenzial von künstlichen Intelligenzen untersucht, um Fehler im Produktionsablauf schneller ausfindig zu machen: Die vernetzte Fabrik übermittelt ihre Daten – zum Beispiel die Wartungsbücher – in die Cloud, dort werden sie von einer KI analysiert und die gezogenen Schlüsse an den Facharbeiter in der Produktion zurückgespielt. Ein Wartungsmitarbeiter kann auch direkt per Smartphone eine Anfrage an die KI stellen und erhält von ihr direkt einen Vorschlag zur Fehlerbehebung. Auf diesem Gebiet ist IBM mit seiner KI Watson führend und ist auf der Hannover Messe in Halle 7, Stand C18 mit einem Stand vertreten sowie als Kooperationspartner der Smart Factory (Halle 8, Stand D20).

Kollaborative Roboter werden in der Regel für eine bestimmte Tätigkeit eingelernt, indem ein Facharbeiter den Roboterarm greift und den korrekten Bewegungsablauf durch Führen des Roboterarms ausführt. Der Roboter lernt hier vom Menschen. Fanuc (Halle 17, Stand B29) hat eine Plattform zum Datenaustausch zwischen Robotern entwickelt. Daten, die ein Roboter erhoben hat, werden so auch anderen Modellen verfügbar, um letztlich die Lebensdauer von Komponenten effizienter vorauszusagen und die vorausschauende Wartung insgesamt zu verbessern. Auch ABB (Halle 11, Stand A35) hat seinen kollaborativen Roboter YuMi zum Datenaustausch mit der Cloud befähigt, um gelernte Abläufe mit anderen YuMi-Modellen zu teilen.