UPDATE - Untreue Klaus Bender zweigt Millionen von TUM ab

Prof. Dr. Klaus Bender hat laut Medienberichten die TU München um 1,5 Mio. Euro geprellt. Er räumte vor Gericht ein, dass Honrare für Auftragsarbeiten auf sein privates Konto überwiesen wurden. Das Urteil ist jedoch nicht rechtskräftig.

Prof. Dr. Klaus Bender, ehemaliger Vorstand der Profibus Nutzerorganisation und ehemals Professor des Lehrstuhls Informationstechnik im Maschinenwesen an der TU München, hat über Jahre hinweg rund 1,5 Mio. Euro veruntreut. Das berichteten TZ und AZ. Er wurde im Juni 2013 von der Staatsanwaltschaft wegen des Vorwurfs der Untreue in 141 Fällen angeklagt. Vor Gericht gestand er, wurde jedoch nicht rechtskräftig verurteilt.

Laut den Medienberichten ließ sich Bender im Zeitraum von 2006 bis 2009 Zahlungen für Auftragsarbeiten, welche von Wissenschaftlern der TU München durchgeführt wurden, auf Privatkonten überweisen. Er soll Verträge mit Siemens abgeschlossen haben, die er unter dem Namen der TUM oder unter dem eines Instituts für Informatik mit Sitz an der TUM in Garching laufen ließ. Allein von Siemens soll er für diese Arbeiten über 400.000 Euro erhalten haben. Von EADS soll er weitere 274.000 Euro kassiert haben. Insgesamt nahm er bis 2009 rund 140 Aufträge von verschiedenen Unternehmen an, die in den Laboren der TU ihre Steuerungseinheiten testen ließen. Jeder Auftrag soll Bender nach den Zeitungsberichten zwischen 200 und 11.520 Euro eingebracht haben.

Aufgekommen ist der Schwindel laut dieser Medienberichte durch eine »Falschüberweisung«: Siemens überwies 424.000 Euro versehentlich auf ein Konto der TU München anstatt auf des Privatkonto Benders. Am 18. Juni 2013 wurde Bender im Oberlandesgericht München zu zwei Jahren auf Bewährung, einer Geldstrafe von 36.000 Euro und zur Wiedergutmachung des Schadens verurteilt. Zudem sollen ihm laut AZ seine Pensionsansprüch von 6.000 Euro gestrichen werden.

UPDATE

Auf Nachfrage beim Oberlandesgericht München teilte dieses mit, dass das Urteil nicht rechtskräftig ist. Eine Begründung läge nicht vor und wird auch nicht veröffentlicht. Insgesamt wurde er wegen Untreue in 141 Fällen zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren sowie zu einer Gesamtgeldstrafe in höhe von 720 Tagessätzen zu je 50 Euro verurteilt. Die Strafe ist auf Bewährung ausgesetzt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Angeklagter können nun innerhalb einer Frist Berufung einlegen. Ist dies nicht der Fall, wird das Urteil nach Ablaufen der Frist rechtskräftig.