Rittal Jubilar mit großen Zielen

Friedhelm Loh ist seit 1974 Geschäftsführer von Rittal.

Die Mitarbeiter von Rittal hatten am 9. September allen Grund zum Feiern – nämlich den 50. Geburtstag das Herborner Gehäuse- und Schaltschrankbauers. Für Inhaber Friedhelm Loh war dies nicht nur ein Anlass, zurück zu blicken. Auch die Zukunft hat der Unternehmenslenker fest im Visier. Sein Ziel: Drei Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2015.

1960 griff Rittal-Gründer Rudolf Loh die Idee des Vertreters eines nahe gelegenen Elektrogroßhandels auf, Schaltschränke in Großserie zu bauen und als Standardprodukt anzubieten. Aus der 1961 mit etwa 20 Mitarbeitern am Standort Rittershausen gegründeten Rudolf Loh KG, Elektrogerätebau hat sich bis heute ein global agierendes Unternehmen mit zehn Produktionsstätten, 63 Tochtergesellschaften und 40 Vertretungen weltweit entwickelt.

Mit rund 10.000 Mitarbeitern ist Rittal zudem das größte Unternehmen der Friedhelm Loh Group, die insgesamt 11.500 Mitarbeiter beschäftigt. Für letztere rechnet Friedhelm Loh im laufenden Jahr 2011 mit einem Umsatz von 2,2 Milliarden Euro, womit das Niveau des Vorkrisenjahres 2008 überschritten würde. Gestützt wird diese Prognose unter anderem durch die positive Geschäftsentwicklung der letzten Monate. Der Inlandsumsatz kletterte gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum um mehr als 25 Prozent, der Export legte um fast 27 Prozent zu. Aufgrund der guten Auftragslage seien die Werke ausgelastet.

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Rittal - 50-jähriges Bestehen

Bilder des Unternehmens Rittal zum 50. Firmenjubiläum

Was die weitere Unternehmensentwicklung betrifft, ist Loh optimistisch. „Bis 2015 planen wir einen Jahresumsatz von drei Milliarden Euro. Dies geht einher mit einem stark wachsenden Personalbedarf in der ganzen Welt“, sagte der Sohn von Firmengründer Rudolf Loh im Rahmen der Jubiläums-Pressekonferenz. Um die ambitionierten Wachstumsziele zu erreichen, will Rittal insbesondere auch international weiter wachsen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Regionen wie Brasilien, Russland, China und Indien. Doch: „Ohne Investitionen kein Wachstum“, bekräftigte Friedhelm Loh und stellte in Aussicht, dass die Produktion in Shanghai in naher Zukunft umfangreich erweitert wird. 40 Millionen Euro will er hierfür bereitstellen. Auf Wachstumskurs ist auch die Tochtergesellschaft in Indien, deren Fertigwarenlager um 3.600 Quadratmeter erweitert wird.

Am Standort Rittershausen sind ebenfalls Investitionen geplant: Hier soll die Fertigung rationalisiert und flexibilisiert werden, um kürzere Durchlaufzeiten zu ermöglichen. Das Projekt läuft unter dem Namen „RITMUS“ (Rittershausen – Materialfluss- und Steuerungssystem). Aktuell verfügt das Werk in Rittershausen über 13 Montagelinien, allerdings mit starker Trennung von Serien- und Sonderfertigungslinien. Im Rahmen von RITMUS ist nun geplant, für beide Linienarten einen durchgängigen Materialfluss mit Taktung bereitzustellen. Am Ende soll das neue Materialfluss- und Steuerungssystem die aktuellen 13 Montagelinien auf insgesamt vier Linien – mit jeweils dreiteilig gegliederter Montage – reduzieren und so die Grundlage dafür schaffen, zukünftig bis zu 3.000 Schaltschränken pro Tag allein im Werk Rittershausen fertigen zu können.

Günter Herkommer, Computer&AUTOMATION