VR in der Forschung Holodeck für Tiere

Mit visueller Stimulation wird die Flugrichtung einer Fliege (kleiner roter Kreis) beeinflusst.
Mit visueller Stimulation wird die Flugrichtung einer Fliege (kleiner roter Kreis) beeinflusst.

Das Holodeck ist jedem Star-Trek-Fan bekannt: Ein Raum, in dem eine virtuelle Umgebung realistisch simuliert wird – ganz ohne VR-Brille. Nach diesem Vorbild haben Forscher der Uni Freiburg eine Art Holodeck im kleinen Format nachgebaut, um das räumliche Denkvermögen von Tieren zu untersuchen.

Auf der Enterprise dient das Holodeck als beliebte Freizeitbeschäftigung der Schiffsbesatzung. Doch die Neurowissenschaftler der Uni Freiburg nutzen ihr Modell für die Forschung. Sie wollen die Grundlagen des räumlichen Denkvermögens verstehen: Woran orientieren sich Menschen, wenn sie in einer neuen Gegend sind? Wie nutzen sie zum Beispiel Straßenschilder oder Häuser, um einzuschätzen, welche Distanz sie zurückgelegt haben?

Ein Holodeck ist ein Raum, in dem jede beliebige virtuelle Welt simulieren werden kann. »Solch eine Umgebung erlaubt Experimente, die in der realen Welt nicht möglich sind – etwa die Bewegungen eines Tieres von seiner Wahrnehmung zu entkoppeln«, erläutert der Freiburger Biologieprofessor Dr. Andrew Straw.

Also hat Straw gemeinsam mit seiner Kollegin Prof. Dr. Kristin Tessmar-Raible von den Max F. Perutz Laboratories, einer gemeinsame Einrichtung der Universität Wien/Österreich sowie des dortigen Universitätsklinikums, und einem internationalen Team eine Art Holodeck für Tiere gebaut, um räumliche Kognition zu erforschen. Die Fliegen, Fische und Mäuse nahmen die simulierten Objekte als echt wahr und änderten ihr Verhalten in unterschiedlichen visuellen Umgebungen.