Die Zukunft der Sprachassistenten Hallo Computer, jetzt reden wir mal!

Die Lautsprecher Google Assistant und Amazon Echo – Alexa Voice Service.
Die Lautsprecher Google Assistant und Amazon Echo – Alexa Voice Service.

Tippen, drücken, wischen - Computernutzer tun das ständig, um ihre Rechner zu steuern. Jetzt werden Bildschirm, Maus und Tastatur beim Weg in die digitale Welt immer öfter überflüssig. Die Menschen sprechen mit ihren Maschinen. Ein Blick in die Zukunft der klugen Sprachassistenten.

Captain Picard in der Kult-Serie Star Trek hat ein ziemlich alltägliches Lieblingsgetränk. Er bestellt es jedoch auf eine trendige Weise. »Tee. Earl Grey. Heiß«, diese Worte richtet der Kommandant der Enterprise nicht an ein Besatzungsmitglied, sondern an einen Computer. Was vor Jahren noch wie Science-Fiction erschien, wird für viele Menschen gerade Teil des Alltags: Reden ersetzt Tastatur, Maus und das Tippen auf Handy-Bildschirmen.

Einen Computer hat die Masse der Menschen in Form eines Smartphones fast immer dabei. Darin stecken – je nach Modell – der Google Assistant, Siri oder etwa Alexa. Diese sogenannten digitalen Assistenten können uns erzählen, wie viele Einwohner der Pazifikstaat Vanuatu hat (rund 260 000). Sie berichten, wie das Wetter morgen wird und wo die Aktie der Telekom gerade steht. Wir können sie fragen, wann Justin Bieber das nächste Konzert in Deutschland spielt und welcher Film heute Abend im Kino läuft.

Sprache ist die neue Maus

Die Assistenten stecken aber nicht nur in Smartphones. Sie ziehen in Form von sogenannten Smart-Speakern, also intelligenten Lautsprechern, auch in Küchen, Wohn- und Schlafzimmer ein. In die Lautsprecher sind meist mehrere hochsensible Mikrofone eingebaut. Diese reagieren auf Schlüsselwörter, die jemand an sie richtet wie Alexa, Okay Google, Hey Cortana und Hey Siri. Dann startet der Helfer. Der eigentliche Computer, der die Befehle verarbeitet, steckt aber nicht in den Lautsprechern. Er befindet sich in der Cloud, sprich in entfernten, über das Internet angesteuerten Rechenzentren.

Für die Nutzer heißt das: Die Hände bleiben frei. Das Eintippen von Anfragen und Begriffen in Suchmaschinen entfällt. Und oft auch das Lesen der Ergebnisse. Wir sprechen – sie antworten. Maschinen mit eigener Stimme können, so urteilen einige, ein Gefühl von Gesellschaft im Alltag erzeugen. Manch einer flucht auch mit seinem Helfer wie mit einem Freund – etwa wenn ihm die Antwort missfällt.

»Wenn ich im Bett liege und vergessen habe, den Wecker zu stellen, kann ich einfach sagen: Alexa, stell' den Wecker auf sieben Uhr. Und Alexa sagt: Ok. Der Wecker ist auf sieben Uhr gestellt«, so beschreibt Michael Wilmes, Pressesprecher bei Amazon, die Funktion der virtuellen Helferin seines Unternehmens.

Alexa steckt in Geräten wie Echo und Echo Dot. Auch beim Kochen und in der Freizeit hilft sie: Man kann bei einem Rezept fragen: »Wie viel Gramm Mehl kommen in den Teig?« Oder bei Amazon online einkaufen. Auch Musik, Hörbücher und Nachrichten lassen sich über den Lautsprecher aufrufen.

Ähnlich funktioniert Google Home. In dem Lautsprecher steckt der Google Assistant. Er liest auf Befehl die Nachrichten des Tages vor, spielt Musik vom Streamingdienst Spotify, zeigt Tanzvideos von Youtube auf dem Fernseher und stellt eine Eieruhr.

Eine Antwort auf die Frage »Wie sieht mein Tag aus?« kann bei diesem Assistenten lauten: »Guten Morgen. Es ist derzeit 11.49 Uhr. Es sind in Berlin 17 Grad, und es ist bewölkt. Einen schönen Tag, hier sind die Nachrichten von halb zwölf.« Wer seine Termine mit Google-Diensten verwaltet, bekommt auch Hinweise auf Meetings.