Industrie-4.0-Index Große Erwartungen an Industrie 4.0

Für den »Deutschen Industrie 4.0 Index 2017« befragte die Unternehmensberatung Staufen im Juli 2017 insgesamt 394 Unternehmen in Deutschland zum Thema Industrie 4.0.
Für die Studie befragte Staufen im Juli 2017 insgesamt 394 Unternehmen in Deutschland zum Thema Industrie 4.0.

Der »Deutsche Industrie 4.0 Index« der Unternehmensberatung Staufen zeigt: Rund die Hälfte aller Betriebe setzten bereits auf Industrie-4.0-Konzepte.

Laut der Studie von Staufen beschäftigt sich die Mehrheit der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer bereits mit den Themen Industrie 4.0 und Digita­lisierung. Vor allem in Einzelprojekten gewinnen die Unternehmen Erfahrungen. In diesem Bereich hat sich der Anteil seit 2016 um acht Prozentpunkte auf 41 Prozent gesteigert. Ein weiteres Drittel arbeitet bereits am praktischen Einstieg in die neue Produktionswelt. Im Branchenvergleich liegt die Elektroindustrie derzeit noch im Mittelfeld, doch die Unternehmen sind optimistisch: 34 Prozent der Befragten sind sich sicher, dass ihnen Industrie 4.0 größeren wirtschaftlichen Erfolg verheißen wird. Weitere 40 Prozent halten das zumindest für wahrscheinlich.

Die positiven Erwartungen sind vermutlich auch der spezifischen Struktur der Elektroindustrie geschuldet, die weit heterogener aufgestellt ist als z.B. der Maschinenbau oder die Automobilbranche. Dort gibt es Hersteller vergleichsweise einfacher Teile der Elektrotechnik, aber auch Produzenten hochkomplexer Systeme mit mehreren Jahrzehnten Erfahrung an der Schnittstelle von physischer Fertigung und Software­lösungen.

Nicht zuletzt der Verbraucherbereich hat gezeigt, wie stark Innova­tion und Kompetenz im IT-Bereich mittlerweile den Erfolg von physischen Produkten bestimmen – etwa in der Telekommunikation oder der Unterhaltungselektronik. Das heißt: Wer sein Geschäft bereits zu einem nennenswerten Teil mit digitalen Produktkomponenten macht, für den liegt es nahe, mit der digitalen Transforma­tion auch sein eigenes Unternehmen auf eine neue Stufe zu heben.

Produktion als Schwerpunkt

Die Firmen, die bereits auf Industrie 4.0 setzen, tun dies vor allem im Bereich der Produktion (Bild 1). 86 Prozent konzen­trieren sich dort am Zentrum der Wertschöpfung. Die Elektroindustrie unterscheidet sich in diesem Punkt nicht von anderen Branchen. Nach Jahrzehnten der Automatisierung und Prozessop­timierung ist gerade die Produktion bereit für den nächsten Schritt der Digitalisierung und Vernetzung.

Aus der Produktion setzt sich die Digitalisierungswelle in anliegende Bereiche der Logistik und Lagerhaltung fort. Andere Unternehmensteile bleiben noch deutlich dahinter zurück. Will die Elektro­industrie tatsächlich das wirtschaftliche Optimum aus der Industrie 4.0 herausholen, kann das auf Dauer nicht so bleiben. Mindestens ebenso wichtig wie technologische Möglichkeiten ist ein neues Denken in den Betrieben quer durch alle Bereiche, immer mit der gesamten Wertschöpfungskette im Blick.

Bei Forschung und Entwicklung setzten bereits 55 Prozent der Unternehmen
der Elektroindustrie auf Industrie-4.0-Methoden. Simulationen, digitaler Zwilling oder virtuelle Maschine beschleunigen nicht nur Entwicklungsprozesse, sondern ermöglichen es auch, Fehler frühzeitig zu entdecken und damit Kosten zu senken. Aber auch dann gilt: Der Wandel darf nicht in der Maschine steckenbleiben, sondern muss die menschliche Arbeit erfassen.