Datensicherheit Fraunhofer koordiniert »Industrial Dataspace«

Übergabe des Förderbescheids für das Projekt Industrial Data Space, v.l.n.r.: Prof. Dr. Stefan Wrobel, Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Dr. Georg Schütte, Prof. Dr. Boris Otto, Prof. Dr. Michael ten Hompel.
Übergabe des Förderbescheids für das Projekt Industrial Data Space, v.l.n.r.: Prof. Dr. Stefan Wrobel, Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Dr. Georg Schütte, Prof. Dr. Boris Otto, Prof. Dr. Michael ten Hompel.

Die Initiative soll Unternehmen den sicheren Austausch und die Kombination von Daten ermöglichen. Die teilnehmenden Firmen sollen sich in einem offenen Datenraum bewegen, ohne dabei die Kontrolle über die Daten abzugeben.

Im Rahmen des vorwettbewerblichen Förderprojekts wird in den kommenden drei Jahren ein Referenzarchitekturmodell enwickelt. Die teilnehmenden Unternehmen werden im Rahmen eines gemeinnützigen Vereins in das Projekt eingebunden. Staatsekretär Dr. Georg Schütte vom BMBF übergab am 23. September 2015 den Förderbescheid an Prof. Dr. Reimand Neugebauer, den Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Das BMBF fördert das neue Forschungsprojekt »InDaSpace« mit rund fünf Millionen Euro, das den Industrial Data Space dabei unterstützt, wesentliche Software-Bausteine zu entwickeln und praxisnah zu erproben.

Der gemeinnützige Verein bündelt die Anforderungen an den Industrial Data Space, organisiert den Erfahrungsaustausch und entwickelt Leitlinien für die Zertifizierung, Standardisierung und Verwertung der Ergebnisse des Förderprojekts. Der Industrial Data Space ist international ausgerichet. Die Gründung des Vereins ist für Januar 2016 geplant. Das Memorandum of Understanding haben folgende Unternehmen unterzeichnet: ATOS, Bayer, Boehringer Ingelheim, Fraunhofer, KOMSA, PricewaterhouseCoopers, REWE, Salzgitter, SICK, Thyssen-Krupp, TÜV Nord, Volkswagen, ZVEI.

»Die Initiative Industrial Data Space ermöglicht es uns, gemeinsam Erfahrungen zu sammeln, Sicherheit als einen Prozess umzusetzen und Vertrauen für sichere Datenräume zu schaffen. Das Ergebnis muss sicher, offen und weltweit einsetzbar sein«, erklärt Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der Geschäftsführung des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. ZVEI.

Folgende Grundprinzipien setzen den Rahmen für das technologische Konzept Industrial Data Space: der sichere Austausch der Daten entlang der gesamten »Data Supply Chain« sowie die einfache Kombination eigener Daten mit öffentlichen Datengütern (beispielsweise Wetter-, Verkehrsinformationen, Geo-Daten) und semiöffentlichen Daten, etwa einer spezifischen Wertschöpfungskette. Die Souveränität über die Daten, also Kontrolle darüber, wer in welchem Kontext welche Rechte hat, gehört ebenso dazu wie der Vertrauensschutz, der durch die Zertifizierung der Teilnehmer, Datenquellen und -dienste sichergestellt werden soll. »Eine gemeinschaftliche »Governance«, das heißt klare, festgelegte Spielregeln, zu denen sich jeder Einzelne verpflichtet, sind das A und O des sicheren Datenraums«, so Professor Boris Otto, der das Projekt, an dem elf Fraunhofer-Institute beteiligt sind, koordiniert.

Das Referenzarchitekturmodell ist wie eine Blaupause für den sicheren Austausch und die effiziente Kombination von Daten anzusehen. Es kann für den Einzelfall konfiguriert werden. Damit bietet es die Grundlage für verschiedene Implementierungen im Markt. Fraunhofer wird das Modell pilotieren, an ausgewählten Use Cases verifizieren und prüfen, ob bestehende Ansätze wie Technologien und Standards umsetzbar sind. In der Pilotphase wird das Modell hinsichtlich seiner Industrie 4.0-relevanten Aspekte mit der Testbed-Initiative der Plattform Industrie 4.0 verknüpft.