Plagiarius 2014 Fälscher am Pranger!

Seit 1977 wird der Plagiarius, der Zwerg mit der goldenen Nase, an Hersteller und Händler besonders dreister Nachahmungen und Fälschungen vergeben.
Seit 1977 wird der Plagiarius, der Zwerg mit der goldenen Nase, an Hersteller und Händler besonders dreister Nachahmungen und Fälschungen vergeben.

Am 7. Februar wurde der Negativpreis Plagiarius an dreiste Fälscher und deren Vertriebspartner verliehen. Mit dabei u.a. die Plagiatoren von WIKA Druckmessgeräten und Kärcher Hochdruckreinigern. Erschreckend dabei: Die Qualität der Fälschungen nimmt stetig zu.

Beim Bewusstsein der Menschen fängt der Kampf gegen Produkt- und Markenpiraterie an. Und dort setzten die Initiatoren des Negativpreises Plagiarius an: Sie möchten die Menschen sensibilisieren und dazu animieren, das Original zu kaufen. Seit 1977 kämpft die Aktion Plagiarius gegen Fälscher und für ein besseres Bewusstsein der Verbraucher für das Original. Nun wurde der Zwerg mit der goldenen Nase zum 38. Mal öffentlichkeitswirksam auf der Frankfurter Messe »ambiente« an dreiste Fälscher, Nachahmer und Vertreiber vergeben. In diesem Jahr gab es 51 Einsendungen.

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Plagiarius 2014

Die Preisträger des Negativpreises im Überblick

Milliarden-Schaden durch Plagiatoren

Gemeinsam mit der häufig vorausgehenden Wirtschaftsspionage hat  sich die Produkt- und Markenpiraterie zu einer der gravierendsten Formen der Wirtschaftskriminalität gemausert. Im Jahr 2012 haben die EU-Zollbehörden an den EU-Außengrenzen knapp 40 Millionen rechtsverletzende Produkte mit einem Wert von einer Milliarde Euro beschlagnahmt. Zwar rangiert China weiterhin auf Platz eins der Herkunftsländer bei Produkt- und Markenpiraterie, allerdings ist die Zahl rückläufig: 72 Prozent der Plagiate kommen aus dem Land der Mitte (2010: 79 Prozent). Das ist das Ergebnis einer VDMA-Umfrage.

Qualität der Plagiate steigt

Seit 1977 wird der Negativpreis Plagiarius vergeben. In der Zeit hat sich die Qualität der Fälschung jedoch verändert. In den 90er Jahren waren Plagiate noch leicht an der minderen Qualität zu erkennen – die Markenprodukte waren qualitativ einfach hochwertiger! Heute lohnt sich jedoch der Handel mit gefälschten Produkten, die VDMA-Studie bestätigt das. Inzwischen ist die Produkt- und Markenpiraterie zu einer florierenden Industrie mit weltweiten Netzwerken aus Produktion und Vertrieb geworden. Die Produktpiraterie hat sich gewandelt: Vom Billigprodukt zum hochwertigen Nachbau.

Vertriebskanal Internet - Der Weg in die Anonymität?

Auch nutzen immer mehr Plagiatoren das Internet als Vertriebskanal. Wie der Fall des Erstplatzierten zeigt, werden Konsumenten mit vermeintlichen Marken-Websites und Originalproduktfotografien getäuscht. Einige Fälscher verstecken sich in der Anonymität einschägiger Online-Verkaufsplattformen, die teils schon für das Anbieten von Fälschungen bekannt sind. Zwar gibt es auf einigen Plattformen die Möglichkeit, rechtsidrige Angbote zu melden und einen Antrag auf Löschung sowie auf Herausgabe der Anbieter-Kontaktdaten zu stellen, allerdings bleibt dies häufig ohne Reaktion. Daher sind Hersteller bzw. Händler im Internet oftmals schwer zu ermittlen und somit eine Rechtsverfolgung dementsprechend aussichtlos.

Eine Rückabwicklung ist für geprellt Online-Käufer meist schwierig. Daher rät die Aktion Plagiarius den Verbrauchern, Online-Angebote sorgfältig und kritisch zu prüfen. Ein Blick ins Impressum sowie auf den Internetauftritt des Markenherstellers sei oft schon hilfreich.