Bildverarbeitung Europaweite Zollerhebung für Bildsensoren ausgesetzt

Mit Wirkung zum 1. Januar 2013 gilt für CMOS-Bildsensoren eine europaweite Zollaussetzung. Dem Antrag des Bildverarbeitungsspezialisten Framos auf eine Erweiterung der Zollaussetzung um CMOS-Sensoren wurde stattgegeben.

In den vergangenen Jahren stieg die Verbreitung von CMOS-Sensoren in Europa weiter an. Vor allem in der Automobil-Industrie wird zunehmend bildgebende Technik eingesetzt, die weitgehend auf der CMOS-Technologie basiert. Weitere Anwendungsfelder sind u.a. in der Qualitätssicherung sowie der Prozessautomatisierung zu finden. Die Zollerhebung auf die Einfuhr von Bildsensoren war dabei ein nicht zu verachtender Kostenfaktor. Dr. Simon Che’Rose, Technischer Leiter bei Framos: »Nach langen Verhandlungen wurde der Antrag von der europäischen Kommission angenommen. Diese Entscheidung liegt im Interesse der Europäischen Union und ist begründet durch die wirtschaftliche Relevanz der Bildverarbeitungstechnologie. Ein Erfolg für Framos, die Bildverarbeitungsbranche und die europäische Industrie.«

Für spezielle CCD-Sensoren besteht bereits seit 2010 innerhalb der geltenden Zolltarifnummer 8529 9092 eine Zollaussetzung. Da die technische Beschreibung von CCD in dieser Zollaussetzung jedoch auch auf CMOS angewandt werden kann, wurde diese nun auf CMOS-Sensoren ausgedehnt. Dr. Andreas Franz, Geschäftsführer von Framos: »Mit diesem Erfolg haben wir eine enorme finanzielle Entlastung für die Bildverarbeitungsbranche und die europäische Industrie als Ganzes erreicht.«

Auf welche Waren Zoll erhoben wird, wird über Zolltarifklassen bestimmt. Dafür muss die entsprechende Ware den richtigen Warentarifgruppen zugeordnet werden. Bildgebende Sensoren, im speziellen CCD- und CMOS-Sensoren, bei denen alle wesentlichen Baugruppen auf einem Chip integriert sind, werden jedoch nicht der zollfreien Warentarifgruppe 8542 für Integrierte Schaltungen zugeordnet, sondern der mit erheblichen Zollsatz belegten Warentarifgruppe 8529 für Teile für Fernsehkameras. Der Grund dafür ist, dass fast alle gebräuchlichen Sensoren auch rein optische Elemente wie Mikrolinsen oder Farbfilter ohne elektrisches Eingangs- oder Ausgangssignal enthalten.

Der Antrag wurde von den beiden Bundestagsabgeordneten Florian Hahn von der CSU und Jimmy Schulz, FDP, sowie vom Industrieverband VDMA unterstützt.