Produktpiraterie Dreiste Fälscher mit Plagiarius ausgezeichnet

Seit 1977 wird der Plagiarius, der Zwerg mit der goldenen Nase, an Hersteller und Händler besonders dreister Nachahmungen und Fälschungen vergeben.
Seit 1977 wird der Plagiarius, der Zwerg mit der goldenen Nase, an Hersteller und Händler besonders dreister Nachahmungen und Fälschungen vergeben.

Am 15. Februar wurden wieder dreiste Produktpiraten mit dem Negativ-Preis Plagiarius bedacht. Die Fälscher beschränken sich jedoch nicht nur auf den Konsumer-Markt...

Bereits zum 37. Mal wurde am 15. Februar 2013 auf der Konsumgütermesse Ambiente der Plagiarius, der Zwerg mit der goldenen Nase, an dreiste Hersteller und Händler von nachahmungen vergeben. Seit 1977 macht der Verein Aktion Plagiarius e.V. auf die Geschäftspraktiken von Plagiatoren aufmerksam. Von Produktpiraterie betroffene Unternehmen melden die Nachahmungen für den Negativpreis  an; sie reichen das Originalprodukt, die Fälschung und auch eine Dokumentation der ersten Schritte gegen den Plagiateur ein. Die Aktion Plagiarius nimmt dann selbst nochmals Kontakt zu dem Nachahmern auf und fordert eine Stellungnahme. Manchmal reicht das schon und die Händler nehmen das Plagiat vom Markt oder nennen den Namen des Herstellers.

Doch nicht nur die Nachahmer von Konsumgütern werden durch Plagiarius an den Pranger gestellt: Im Jahr 2009 wurde der Nachahmer von Festos Zahnriemenachse DGE "ausgezeichnet"; im selben Jahr ging auch ein "Sonderpreis für eine Fälschung" an den Plagiateur eines Druckmessgeräts von WIKA. Für den Plagiarius 2011 meldete sich Rittal bei der Aktion Plagiarius: Dem Fälscher des Schaltschranks TS8 wurde ein Zwerg mit goldener Nase übergeben.

Welcher Plagiator in diesem Jahr den Plagiarius erhielt, dass können Sie in unserer Bilderstrecke nachlesen.

Bilder: 13

Plagiarius 2013

Die Aktion Plagiarius e.V. hat auch in diesem Jahr wieder dreiste Hersteller und Händler von Fälschungen und Nachahmungen "ausgezeichnet".

Zoll beschlagnahmt Fälschungen im Wert von 1,3 Mrd. Euro

Der Zoll nimmt das Problem der Produktfälschungen und -nachahmungen sehr ernst. Im Jahr 2011 haben die europäischen Zollbehörden an den Außengrenzen der EU mehr als 115 Mio. rechtsverletzende Artikel im Wert von 1,3 Mrd. Euro aus dem Verkehr gezogen. Im Vergleich zum Jahr 2010 bedeutet das eine Zunahme von 15 %. 73 % der beschlagnahmten Waren kamen 2011 aus China. Zwar sind Südostasien, Lateinamerika, Osteuropa und die Türkei die größten Hersteller von Plagiaten, doch sitzen die Auftraggeber oder Importeure häufig in Industrieländern, darunter auch Deutschland.

Heutzutage kommen gefälschte Waren immer öfter über den Postweg in die EU. Ein Grund dafür sind die steigenden Online-Käufe, u.a. von Medikamenten. Die häufig international agierenden Netzwerke gehen laut der europäischen Kommission immer professioneller vor, um Zollkontrollen zu umgehen. So genannte Freizonen wie Dubai sind beliebte Umschlagplätze für rechtsverletzende Waren: Dort werden sie umgeladen und um etikettiert, um so den Ursprung der Waren zu verschleiern und abzulenken.

Original vs. Fälschung

Wer sich die Fälschungen im Vergleich zum Original mal ansehen möchte, der sollte das Museum Plagiarius in Solingen besuchen. Dort sind alle "Preisträger" seit 1977 ausgestellt. Die Sammlung umfasst mittlerweile mehr als 350 Produkte aus den unterschiedlichsten Branchen.

Warum man als Verbraucher auf das Original setzten sollte, das zeigt ein Erklärvideo, das simpleshow für Plagiarius produziert hat.