Phoenix Contact Die Weichen für disruptive Geschäftsmodelle gestellt

»Man kann heute Produktion und Entwicklung nicht mehr voneinander trennen« Roland Bent, Phoenix Contact.
»Man kann heute Produktion und Entwicklung nicht mehr voneinander trennen« Roland Bent, Phoenix Contact.

Phoenix Contact befindet sich in einer großen Umstrukturierung. Die eigene Produktentwicklung wird näher an den Markt gerückt und es werden die Strukturen für eine strategische Entwicklung disruptiver Geschäftsmodelle geschaffen - das gab das Unternehmen auf der SPS IPC Drives bekannt.

Roland Bent, Geschäftsführer Marketing und Entwicklung bei Phoenix Contact, stellte auf der SPS IPC Drives das Strategie- und Strukturprogramm »Agenda 2023« vor. Es beschreibt, wie sich die Strukturen im Unternehmen verändern, um für die Zeit nach dem hundertjähirgen Bestehen im Jahr 2023 weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben. Dafür wurde bereits das Kerngeschäft der Unternehmensgruppe neu in drei Geschäftsdivisionen mit eigenem Vertrieb und eigener Führungsebene gegliedert, um die Produktentwicklung näher am Markt auszurichten. Ein zusätzlicher Geschäftsbereich ist geplant, der direkt der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe unterstellt sein wird, die ab 2017 aus vier, statt aktuell fünf Personen besteht. Der Aufgabenbereich Technik, Qualität und Einkauf, der momentan von Dr. Heinz Wesch geleitet wird, geht in der neu geschaffenen Stelle eines Technikvorstands (CTO) auf, die ab Jahresbeginn Roland Bent übernimmt.

Der neu geschaffene Unternehmensbereich – der in Teilen bereits besteht – ist außerhalb des Kerngeschäfts angesiedelt und voll und ganz für die Förderung und den Aufbau neuer, zukunftsgerichteter Geschäftsfelder vorgesehen, so Bent. Die können bzw. sollen auch jenseits des Kerngeschäfts liegen. Mit der Ausgliederung aus den bestehenden Geschäftsstrukturen solle eine Innovations- und Start-Up Kultur gefördert werden, bei der auch disruptive Ideen und Geschäftsmodelle ohne Bezug zum Kerngeschäft verfolgt werden könnten, erklärte Bent weiter.

Bisher besteht dieser Geschäftsbereich aus der vor drei Jahren ausgegründeten Phoenix Contact Mobility GmbH und dem Corporate Venture Fond, mit dem die Unternehmensgruppe in Technologie-Start-Ups im Umfeld der industriellen Automation und Digitalisierung investiert. Dazu ist der Fond mit Kapital im unteren, zweistelligen Millionenbereich (Euro) ausgestattet. Im Jahr 2016 hat sich Phoenix Contact bisher an drei Start-Ups beteiligt und das kanadische Unternehmen Perle Systems übernommen, ein Anbieter für industrielle Netzwerktechnik.

Weltweit beschäftigt Phoenix Contact mittlerweile ca. 15.000 Mitarbeiter und erwartet für das Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 1,96 Mrd. Euro. Im Vorjahr zählte die Unternehmensgruppe etwa 14.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete 1,91 Mrd. Euro Umsatz.