Siemens-Sektor »Industry« Bessere Geschäftsaussichten erwartet

Die Geschäftsaussichten des Siemens-Sektors »Industry« haben sich in den vergangenen Monaten nach eigener Einschätzung »etwas aufgehellt«. Dass liegt vor allem daran, dass die kurzzyklischen Geschäfte besser laufen als zunächst erwartet.

Einige der langzyklischen Geschäfte befinden sich jedoch weiterhin im Abschwung. Daher sollen Teile der Divisionen »Drive Technologies« und »Industry Solutions«, wie bereits im Februar 2010 angekündigt, den Marktbedingungen angepasst werden.

Angesichts der Stabilisierung bei der Nachfrage nach Investitionsgütern prognostiziert der Siemens-Sektor »Industry« für das Jahr 2010 beim adressierbaren Markt einen Rückgang des Volumens um zwei Prozent auf rund 360 Mrd. Euro. Im Jahr zuvor war das Marktvolumen noch um zwölf Prozent gesunken. Der Sektor erzielte 2009 mit seinen sechs Divisionen »Building Technologies«, »Drive Technologies«, »Industry Automation«, »Industry Solutions«, »Mobility« und »Osram« mit weltweit rund 207.000 Mitarbeitern eine Umsatz von rund 35 Mrd. Euro. Bei den Umwelttechnologien lag der Geschäftsumsatz im gesamten Sektor »Industry« bei fast 12 Mrd. Euro, im Service-Geschäft wurde knapp ein Fünftel des Umsatzes erzielt.

Während sich in den entwickelten Industriemärkten die Erholung langsamer vollziehen wird, zeichnet sich vor allem in den Schwellenländern Asiens sowie des Nahen und Mittleren Ostens ein Aufschwung ab. Siemens erwartet bis 2015, dass rund ein Drittel des gesamten Wachstums aus China und Indien kommt. Heinrich Hiesinger, CEO des Sektors Industry will diese Entwicklung nutzen: »Um unserer Wachstumschancen in Schwellenländern wie Brasilien, China und Indien wahrzunehmen, werden wir unsere Präsenz dort weiter ausbauen.«

Der Sektor Industry generiert rund ein Viertel seines Umsatzes aus Schwellenländern, im größten Einzelmarkt China arbeiten knapp 21.000 Mitarbeiter für den Unternehmensbereich. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E-Quote) will der Unternehmensbereich auf dem Niveau des Vorjahres von etwa 1,8 Mrd. Euro halten. Die F&E-Quote lag 2009 bei 5,2 Prozent, diese soll im laufenden Jahr leicht steigen.