Sensor-Innovationspreis 2011 3 Nominierte - 2 Preisträger

Auf der Sensor + Test in Nürnberg wurde gestern der mit 10.000 Euro dotierte Sensor-Innovationspreis 2011 vergeben. Zwei der drei Nominierten konnten die Jury überzeugen: Die 3D-Sensoren mit Mehrwellenlängen-Holografie und die magnetische Pflanzen-basierte ZIM-Druckmesssonde.

Im Rahmen der Eröffnungsfeier der Sensor+Test wurde auch in diesem Jahr der Sensor Innovationspreis des AMA Fachverbandes für Sensorik vergeben. Insgesamt wurden 55 Innovationen eingereicht, davon 11 aus dem Ausland und 44 aus Deutschland. Im letzten Jahre waren es ebenfalls 55 Einreichungen, allerdings lagen der Jury 2010 noch 22 Einreichungen aus dem Ausland vor.

In diesem Jahr waren für den Sensor Innovationspreis nominiert:

  • HoloTop und HoloFlash - 3D-Sensoren mit Mehrwellenlängen-Holografie: Fraunhofer Institut für Physikalische Messtechnik, Freiburg; Breitmeier Messtechnik , Ettlingen; Asentics, Siegen.
  • Schlaues Pflaster zur Nierenfunktionsbestimmung: Universität Heidelberg, Zentrum für Medizinische Forschung der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg.
  • Magnetische, Pflanzen-basierte ZIM-Druckmesssonde: ZIM Plant Technology, Henningsdorf

Letztendlich überzeugt war die Jury von den Entwicklungen des Fraunhofer IPM und der ZIM Plant Technology.

Die Preisträger

HoloTop und HoloFlash - 3D-Sensoren mit Mehrwellenlängen-Holografie

Das Team um Dr. Markus Frantz vom Fraunhofer IPM entwickelte ein optisches Messystem für eine kontaklose und präzise 3D-Oberflächenvermessung von Bauteilen im Produktionsprozess. Dabei kommt die Multi-Lambda-Digital-Holografie (MLDH) zum Einsatz. Zum Vermessen der Oberfläche werden ausschließlich virtuell erzeugte Wellenlängen im Terahertz- bzw. Infrarot-Bereich genutzt. Das Ergebnis sind digital-holografische Inline-Messsysteme, die z.B. für die Qualitätskontrolle von Bauteilen im industriellen Produktionsprozess eignen. Erkannt werden auch kleine Defekte. Insbesondere die Topographie rauer Objektoberflächen kann ohne Schärfentiefebegrenzung mit interferometrischer Genauigkeit gemessen werden.

Magnetische, Pflanzen-basierte ZIM-Druckmesssonde

Eine Möglichkeit, die Bewässerung von Pflanzen aktiv zu beeinflussen, hat die ZIM Plant Technology GmbH um Prof. Dr. Ulrich Zimmermann entwickelt. Die nicht-invasive ZIM-Sonde (Zimmermann irrigation monitoring) misst kontinuierlich und mit hoher Genauigkeit die Wasserversorgung von Pflanzen. Die Sensorsystem wird mittels zweier Magnete an ein Blatt angebracht und misst den Zellturgordruck, sozusagen den Blutdruck der Pflanzen. Mittels Telemetrie werden die Daten in Echtzeit an eine Basisstation mit integriertem GPRS-Modem und von dort über Mobilfunk an einen Internetserver gesendet. So lässt sich der Wassergehalt der Pflanzen weltweit kontrollieren und so die Bewässerung kontrollieren. Die ZIM-Sonde ist bereits auf Feldern und in Gewächshäusern im Einsatz; dabei konnten die eingesetzte Wassermenge reduziert bzw. die Produktivität und Qualität von Kulturpflanzen gesteigert werden.

Auch im nächsten Jahr wird wieder einen Innovationspreis im Rahmen der Sensor+Test, die vom 22. - 24. Mai 2012 stattfinden wird, geben. Allerdings haben sich die Organisatoren entschieden, den Namen von Sensor Innovationspreis auf AMA Innovationspreis zu ändern. Mit der Namensänderung soll auch der Fokus ändern: Der Schwerpunkt soll nicht mehr allein auf Sensorik liegen.