Kooperation ZF und Levant Power entwickeln einen rekuperationsfähigen Pkw-Stoßdämpfer

Die die Auf- und Abbewegung des Dämpferkolbens soll der neue Stoßdämpfer von ZF und Levant Power  zur Rekuperation nutzen.
Die die Auf- und Abbewegung des Dämpferkolbens soll der neue Stoßdämpfer von ZF und Levant Power zur Rekuperation nutzen.

Die kürzlich geschlossene Kooperation zwischen der ZF Friedrichshafen AG und der in Woburn, Massachusetts, USA, ansässigen Levant Power Corp hat das Ziel, die erste vollaktive Dämpfung mit Rekuperationsfunktion zur Serienreife zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.

Automobilhersteller suchen schon lange nach einem Fahrwerk, das gleichzeitig sportliches Handling und den Komfort einer Oberklasselimousine bietet. Die Schwierigkeit dabei besteht darin, einen Ausgleich zwischen Komfort- und Handlingseigenschaften zu finden; guter Komfort erfordert eine weiche Dämpfung, die Unebenheiten ausgleicht, wohingegen die Dämpfung für optimales Handling eher straff ausgelegt sein sollte. Die bisherigen Versuche, ein aktives Dämpfungssystem mit möglichst großer Bandbreite zu schaffen, sind an den hohen Kosten, der Komplexität und dem Energieverbrauch gescheitert. ZF und Levant Power arbeiten nun an der Entwicklung der sogenannten GenShock-Technologie, die darauf abzielt, die vielen Vorteile des aktiven Dämpfers bei gleichzeitig geringem Energieverbrauch, minimaler Komplexität und akzeptablen Kosten zu nutzen.

Die technologische Basis des aktiven, rekuperierenden Systems bildet eine neuartige Funktionseinheit außen an einem ZF-Dämpfer. Die Ventiltechnologie dafür wurde speziell für diese Anwendung entwickelt. Das sehr kompakte Bauteil setzt sich aus einem eigenen Steuergerät, einem Elektromotor sowie einer elektrohydraulischen Zahnradpumpe zusammen. Letztere reguliert – angetrieben vom elektronisch gesteuerten E-Motor – den Ölfluss im Dämpfer. Die Dämpferkennlinie passt sich dabei automatisch jeder Fahrsituation an; auch Nickbewegungen der Karosserie bei abrupten Bremsmanövern und Wankbewegungen beim schnellen Ausweichen lassen sich nahezu gänzlich eliminieren.

Sobald es die Fahrsituation zulässt, nutzt das neuartige Ventilsystem die Auf- und Abbewegung des Dämpferkolbens automatisch zur Rekuperation. Dann lenkt das System das Öl im Dämpfer so um, dass es den elektrischen Pumpenmotor antreibt. Dieser funktioniert folglich wie ein Generator - er wandelt die entstehende Bewegungsenergie in Strom um, speist diesen in das Bordnetz des Fahrzeugs ein und leistet somit einen Beitrag zur Reduktion des CO2-Ausstoßes. Am stärksten ist dieser Effekt, wenn das Fahrzeug auf schlechten Landstraßen unterwegs ist.